Neuer Glanz in alten Mauern

Arisdorf In 4000 Stunden ist aus einer alten Ökonomie ein Theater entstanden

Das sanierte Bauernhaus im Winkel 11 am vergangenen Wochenende.Fotos: W. Wenger
Das sanierte Bauernhaus im Winkel 11 am vergangenen Wochenende.Fotos: W. Wenger

In einem geschichtsträchtigen Bauernhaus aus dem Jahre 1850 ist im Zentrum von Arisdorf ein Kleintheater entstanden. Der Verein Theatermühle Arisdorf verfügt nun in der vereinseigenen Liegenschaft über ein Bijou, welches Vereinspräsident Michael Laubscher und mit ihm viele Dutzend Mitglieder seit Oktober des vergangenen Jahres geschaffen haben. Es sei «historisch», so etwas Ausserordentliches im eigenen Haus besitzen zu dürfen, sagt Laubscher.

Wenn übermorgen Samstag an der Premiere vor ausverkauftem Haus die Komödie in zwei Akten «50 und nid ganz 100» von Dani von Wattenwyl gespielt wird, darf der Verein Theatermühle Arisdorf stolz auf das Erreichte sein. Er hat im gegen zweihundert Jahre alten Bauernhauses, welches der Verein im Oktober 2024 erworben hat, Grossartiges geschaffen. Zur Verfügung steht dem Verein, aber auch dem Publikum, ein Kleintheater, das im Baselbiet in dieser Form einzigartig ist und welches nur dank herausragender Freiwilligenarbeit – geleistet wurden 4000 Arbeitsstunden von gegen drei Dutzend Helferinnen und Helfern im Alter zwischen 30 und 80 Jahren – überhaupt möglich war.

Vereinspräsident Michael Laubscher sagte am vergangenen Wochenende beim Besuch der ObZ, dass der in jeder Beziehung tolle Teamgeist der Mitglieder dazu beigetragen habe, gemeinsam das nunmehrige Theater in dieser Form zu erschaffen. Er habe im Rahmen des Projektes das Gegenteil von Vereinssterben feststellen dürfen, kommentierte Laubscher. Die Aufbruchstimmung an der Vereinsversammlung, welche einst den Kauf der Liegenschaft beschlossen hat und die letztlich im Oktober 2024 erworben wurde, sei noch heute feststellbar. Laubscher sagt weiter, dass die Freude, sein eigenes Theater im eigenen Haus gestalten zu können, enorm gross sei.

Die Vereinsleitung wie auch die Bauchefinnen Sarah Thommen und Anita Schaub kommentierten im Gespräch, dass es sehr viel Mut brauchte, um das Haus im Winkel 11 zu kaufen. Dies im damaligen Wissen, dass die Finanzierung zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll gesichert war. «Wir alle glaubten, dass es letztlich gut kommt, wenn wir Gutes tun», ergänzt Laubscher voller Dankbarkeit. Und: Auf eines ist der Verein ebenfalls mächtig stolz. Im Projekt steckt kein öffentlicher Franken. Investiert worden seien ausschliesslich Vereins- und Privatgelder sowie Beiträge von Firmen. «Das einstige Spendenziel in der Höhe von 65000 Franken haben wir mit 80000 Franken sehr deutlich übertroffen», dankt Laubscher allen Sponsoren.

Die Bauarbeiten sind pannen- und unfallfrei verlaufen. «Es lief alles super, quasi Hand in Hand», beschreibt der Vorstand die Tatsache, dass in diesem Zusammenhang der Charakter des Ökonomiegebäudes bestehen blieb. Dies dort, wo einst die Scheune – heute der Zuseherraum – und der Stall – heute die Bühne – untergebracht waren.

Alles in allem: Der Mut des Vereins, der Geist unter dem Mitgliedern, das heisst das Gemeinsame, aber auch die erbrachten Leistungen dürfen heute mehr als nur gewürdigt und verdankt werden.

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