Herbstliche Klänge im Frühsommer

Liestal Gäste aus halb Europa trafen sich zum Eidgenössischen und Internationalen Jagdhornbläserfest

Die Jagdhorngruppe aus dem tschechischen Kladská scheute nicht den Weg nach Liestal.Fotos: HP. Thommen

Die Jagdhorngruppe aus dem tschechischen Kladská scheute nicht den Weg nach Liestal.Fotos: HP. Thommen

Das Gesamtspiel lässt die Kirche beben.

Das Gesamtspiel lässt die Kirche beben.

Die Passanten im Liestaler Stedtli horchten am vergangenen Samstag auf, als plötzlich ungewohnte Töne erklangen. Man wähnte sich mitten im Herbst und irgendwo im Wald. Aus allen Ecken hörten die Stedtlibesucher die Klänge von Jagdhörnern. Zum 32. Mal trafen sich die Freunde der Jagdhörner zum Eidgenössischen und internationalen Jagdhornbläserfest. Auf Bestreben hin der in Füllinsdorf wohnhaften Präsidentin der Jagdhornbläser Schweiz, Thekla Homberger, fand dieser Anlass erstmals in Liestal statt.

Auch wenn das eigentliche Fest erst am letzten Samstag stattfand, ertönten bereits am Freitagabend in der Stadtkirche Liestal Jagdhornklänge am Konzert der Naturhörner. Sechs Jagdhornformationen aus vier Nationen und eine Waldhornformation der Musikschulen Liestal und Muttenz sowie einem Organisten zeigten verschiedene Facetten der Hornmusik.

Bereits um neun Uhr am Samstagmorgen ging es los mit den Wettspielen. Gespielt wurde auf dem Schulplatz des Gestadeck-Schulhauses, im Hof der Stadtkirche und in der Allee. Dabei mussten sich Solo-Hornisten, Duette, Trios und Horngruppen einer gestrengen Fachjury stellen. Beim ganzen Anlass konnte festgestellt werden, dass die Hornistinnen und Hornisten einen sehr freundschaftlichen Umgang miteinander pflegten, dies sogar über Ländergrenzen hinweg. So gab es Duos und Trios, welche aus Musikern aus verschiedenen Formationen zusammengesetzt waren. Zum Beispiel sogar ein französisch-italienisches Zusammenspiel. Es zeigte sich einmal mehr, dass Musik verbindet.

Bei den Solisten und den kleinen Formationen dauerte der einzelne Vortrag, eine Fanfare, lediglich etwa dreissig Sekunden. Für die Laien im Publikum war es schwer feststellbar, wie die Experten in der Jury solch kurze Vorträge bewerten konnten. Für das Publikum ungewohnt war, vor allem beim Solo und bei den Kleinformationen, der Umstand, dass sich die Spielenden umdrehten und mit dem Rücken zur Jury und zum Publikum spielten. Doch dadurch schaute der Klangbecher des Horns gegen die Zuhörenden. Akustisch auffallend war bei den gleichen Vorträgen, dass die Fanfaren mit sehr viel Vibrato und Vorschlagnoten gespielt wurden. Diesen Effekt stellte man bei den Gruppenvorträgen weniger fest. Interessant waren bei den Gruppenvorträgen neben dem Spiel auch die unterschiedlichen Auf- und Abmärsche. Auch diese wurden übrigens bewertet.

Die schönen Spielorte im und um das Stedtli, welche wunderbar dekoriert waren, und das schöne und warme Frühsommerwetter trugen dazu bei, dass unter den Teilnehmenden eine ausnehmend gute Stimmung herrschte. Zudem wurde eine grosse Schar von Zuhörenden angezogen. Neben den Spielorten boten das Törli und der Bahnhof die Möglichkeit für Spontankonzerte. Beim Törli gab es am späten Nachmittag sogar ein Gesamtspiel aller Jagdhornbläserinnen und -Bläser.

Dieses Jagdhornbläserfest rückte ein Instrument in den Mittelpunkt, das sonst nur im Zusammenhang mit der herbstlichen Jagd bekannt ist. Das Jagdhorn hat damit sicher etliche neue Freunde gefunden.

Weitere Artikel zu «Region Liestal», die sie interessieren könnten

Grégory (l.) und Théo Devaud waren nicht nur in Liestal die Ersten, sondern trugen auch den Gesamtsieg davon.
Region Liestal18.08.2026

In vier Tagen ohne Geld durch die Schweiz

«SchweizExpress» 24 Zweierteams übernachteten gratis in Liestal – dank der Grosszügigkeit der Bevölkerung
Sowohl am Freitagabend ...
Region Liestal04.08.2026

80-jährig und in Top-Zustand

Frenkendorf Güllepumpi feierte mit einem Megafest ihren 80. Geburtstag
Franz Thür sprach von den Schweizer Tugenden.Fotos: U. Fluri
Region Liestal04.08.2026

Kein Feuer, keine Raketen, kein Zünseln

Liestal Der Nationalfeiertag auf Sichtern war trotz Feuerwerksverbot ein fröhliches Fest