Oben rollts, unten wird erneuert
Arisdorf Mobile Baustellenbrücke auf der Autobahn A2 seit Dienstag in Betrieb
Auf der Nationalstrasse A2 zwischen Arisdorf und Giebenach ist die mobile 260 Meter lange Baustellenbrücke des Bundesamts für Strassen (ASTRA) seit Dienstag in Betrieb. Bis Ende August erhält dort die Normalspur in beiden Fahrtrichtungen einen lärmarmen Belag. Konkret: Die «ASTRA-Bridge» stellt sicher, dass oben der Verkehr «rollen» kann und «unten» quasi gefahrenfrei gebaut werden kann. Auf dem letztlich rund fünf Kilometer langen Autobahnabschnitt werden so auf einer Länge von 100 Metern in einem Lichtraumprofil von 5,10 Meter Breite und 3,10 Meter Höhe täglich unverzichtbare Arbeiten ausgeführt. Das Verschieben der Brücke erfolgt dabei ferngesteuert.
Die 260 Meter lange Stahlkonstruktion, welche die Eidgenossenschaft 25 Millionen Franken gekostet hat, verschiebt sich in den kommenden Wochen von der Einfahrt Arisdorf in 24 Etappen in Richtung Basel. Vor Giebenach wird sie auf die Fahrbahn Richtung Mittelland wechseln und von dort wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren. Das Fahren erfolgt dabei zentimetergenau mittels eines GPS-Systems des Bundesamts für Landestopografie. Die 180 Räder lassen sich so hochprofessionell steuern, so dass das Verschieben der 1250 Tonnen schweren Brücke jederzeit garantiert ist.
Die weltweit einzigartige Brücke hat gemäss Richard Kocherhans, dem Filialchef des ASTRA in Zofingen, viele Vorteile. Der diplomierte Bauingenieur ETH nannte in diesem Zusammenhand am Montag an einer Medienkonferenz unter anderem die kurze Baustellenlänge, weniger Verkehrseinschränkungen, mehr Sicherheit durch Trennung von Bauarbeiten und Verkehr, mehr Schutz vor Regen und Sonne für das Baupersonal sowie die Tatsache, dass der Verkehr mit der signalisierten Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde fraglos flüssiger rollt als dies bei einer normalen Baustelle der Fall ist. Dass die Geräuschreduktion letztlich um drei Dezibel gesenkt werden kann, erwähnte Kocherhans ebenfalls.
Die jetzt im Einsatz stehende Brücke stellt eine hochkomplexe Maschinerie dar, welche auch einen entsprechenden Unterhalt bedarf. Seit dem Einsatz 2024 auf der A2 zwischen Recherswil und Derendingen (SO) wurden ein neues GPS-System und neue wasserdichte elektrische Steckverbindungen installiert.
Die Kosten für die voraussichtlich bis Ende August dauernden Arbeiten belaufen sich auf 14 Millionen Franken. Dies sei, so Kocherhans, «günstiger als dies bei einer konventionellen Baustelle der Fall wäre». Vor Ort wird bei der Baustelle «ASTRA-Bridge» tagsüber von 7 bis 16.30 Uhr gearbeitet und so wird nachts kein Lärm verursacht. Das ASTRA betont auf der anderen Seite, dass sich Lichtimmissionen nicht ausschliessen lassen in der unmittelbaren Nachbarschaft der sich stets verschiebenden Baustellenbrücke.
Weitere Infos: www.astra.admin.ch










