Sanfte Seufzer in der Kulturscheune
Liestal Ein ergreifender Liederabend mit Gitarre, Violine und Gesang mit Suspiros Duo

Werner Leupin, der Macher in der Liestaler Kulturscheune freute sich bei der Begrüssung seines Publikums über ein volles Haus. Das Duo mit Phoebe Violet und Andreas Haidecker reiste am Konzerttag aus Wien an. Phoebe (geb. 1988) kommt aus Costa Rica und sie lebt seit 24 Jahren in Österreich. Das Konzert verlief ohne Pause. Das war auch gut so, denn die Lieder bildeten eine Einheit und erlaubten keine Unterbrechung.
Phoebe Violet meint zu ihrem Projekt: «In diesem Duo-Projekt bringe ich gemeinsam mit dem Gitarristen Andreas Haidecker eine feinfühlige Mischung aus Fado und lateinamerikanischen Liedern des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Ich übernehme Gesang und Violine – alle Stücke sind von mir komponiert. Die Idee hinter Suspiros ist es, über Gefühle zu erzählen, die uns zum Seufzen bringen. Filigran und elegant, reduziert und zeitlos.»
Andreas Haidecker sitzt auf einem Klavierstuhl und lässt sanfte Töne auf seiner Gitarre erklingen. Phoebe Violet kommt mit ihrer schönen, ein wenig rauen Stimme dazu. Das erste Lied heisst «Nada mas».
Sie singt Lieder aus ihrem aktuellen Programm «Suspiros» (spanisch = Seufzer). Es geht um Lieder, die einen zum Seufzen bringen, auch im zweiten: Verbos de Amor. Das Repertoire entstand, als es in ihrem Leben einen grossen Umbruch gab.
Sie glaubt nicht an die Wahrheit, da diese für alle subjektiv ist. «Esto» behandelt dieses Thema. Gitarrist Haidecker geht voll mit. Das zeigt sein Gesichtsausdruck, der mitspielt und selten locker wirkt.
Phoebe malt gerne. Sie skizziert auf der Leinwand. Auch die nächste Melodie, «Aire – Luft», ist eine Skizze, die sie mit ihrer Geige präsentiert. Unerwartet kommt die Gitarre dazu und dann noch ihre melancholische Stimme. Phoebe mag Europa mit seinen Jahreszeiten, ausser den November, in dem «plötzlich alles tot ist». Ihre Empfindungen spürt man in «Noviembre». Geige, Gitarre und Stimme werden lauter und man empfindet ihren Ärger über die Veränderung.
Sie hat zwei wunderbare Kinder, die sie sehr mag und liebt. Das nächste Lied ist eine Skizze, bei der ihre Kinder jedes Mal eingeschlafen sind. Es ist wunderbar zum einfach Geniessen.
Im letzten Lied geht es um platonische Liebe. Sie wollte alles erleben, bis sie entdeckte, dass die Fantasie die Realität übertrifft. Sie sieht eine Person an und macht sich ihre eigenen Vorstellungen. So entdeckte sie, dass platonische Liebe noch besser sein kann als reale. «Te miro – ich sehe dich an». Es war unmöglich, die Bühne ohne Zugabe zu verlassen. Die Zuhörer verdienten sie nach genussvollem Zuhören und Applaus im richtigen Moment. Während eines Orkans beobachtete Phoebe von ihrem geschützten Wiener Balkon aus eine Eiche, die dank ihrer Elastizität dem Wind standhielt und nur ihre Blätter verlor. Durch solche Beobachtungen entstehen ihre Lieder.
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