Deutliches Ja zum Kunstrasen

Oberdorf Einwohnergemeindeversammlung fixierte ein 249:48-Resultat

Auf dem Kunstrasen wurde auch am Montagabend fleissig trainiert.Foto: W. Wenger
Auf dem Kunstrasen wurde auch am Montagabend fleissig trainiert.Foto: W. Wenger

Die Gemeindeversammlung von Oberdorf hat am Montag mit 309 Besucherinnen und Besucher ein deutliches Zeichen zu Gunsten des Kunstrasenspielfeldes mit einer Nettofläche von 100 mal 64 Meter gesetzt. Nach gegen zwei Stunden Diskussionen zeigte die Abstimmung, dass der Oberdörfer Souverän den Bau eines neuen Kunstrasenspielfeldes unterstützt. 249 Ja-Stimmen zu 48-Nein-Stimmen bei einigen Enthaltungen machten deutlich, dass die Stimmenden die Realisierung des neuen Spielfeldes z’Hof wollen. Sie folgten damit dem Antrag des Gemeinderats und bewilligten den notwendigen Investitionsbeitrag in der Höhe von 290000 Franken.

Die zwei weiteren Sachgeschäfte, ein Planungskredit über 250000 Franken für den Umbau des Verwaltungsgebäudes und der Primarschulliegenschaften sowie die Erheblicherklärung eines selbständigen Antrags von Dieter Lipp gemäss Paragraf 68 des Gemeindegesetzes in Bezug des Verkaufs der «Kindergarten»-Parzelle 1400 am Talweg waren letztlich ebenfalls unbestritten. Beide Vorlagen erhielten grossmehrheitlich Ja-Stimmen.

Der Gemeinderat hat in seiner Botschaft zum Investitionsbeitrag über 290000 Franken für den Ersatz des Kunstrasens und der Arealanpassung im Gebiet z’Hof darüber informiert, dass er im Vorfeld der «Gmeini» umfangreiche Gespräche mit dem Referendumskomitee und dem FC Oberdorf (FCO) geführt habe. Eingebunden war auch die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK), welche unter anderem die rechtmässige Verwendung des Gemeindebeitrags von 40000 Franken pro Jahr gemäss Leistungsvereinbarung analysiert hat. GRPK-Präsident Patrick Buser wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass der FCO die ihm zugesprochenen Beiträge grundsätzlich rechtmässig und korrekt verwendet hat. Dennoch: Buser gab in seiner Stellungnahme Empfehlungen ab, welche inskünftig einzuhalten seien. Zwei davon betrafen die Überarbeitungen der Rechtsgrundlagen, welche in eindeutiger Sprache abzufassen seien.

Gemeindepräsident Piero Grumelli blickte in diesem Sinne nach vorne und hielt fest, dass der Gemeinderat eine neue Leistungsvereinbarung anstrebe, welche in Zukunft Unklarheiten zwischen den Vertragsparteien ausschliessen soll. Er nannte als Schwerpunkte die Trennung zwischen privatem Naturrasen (auf dem Nebenplatz) und gemeindeeigenem Kunstrasen, die Trennung zwischen sportlicher Infrastruktur und Club-Restaurant, die Aufgabenteilung zwischen Vereins- und Gemeindeaufgaben sowie die sinnvolle und pragmatische Nebenkostenverteilung.

Im Namen des FCO informierte Holger Jakob darüber, in welcher Form und mit welchen Mitteln sich der Club am neuen Kunstrasen beteiligen wird. Dieser wird 160000 Franken an das 620000 Franken teure Projekt beisteuern. Dies stellt ein deutliches Plus gegenüber dem einstigen Projekt von 2024 dar, an welchem sich der FCO mit «nur» 50000 Franken beteiligt hätte.

Das Referendumskomitee würdigte zwar all die getätigten Bemühungen des FCO, beantragte aber dennoch, dass die Vorlage abzulehnen sei. Sprecher Urs Vollmer sprach sich unter anderem aus finanzpolitischen Überlegungen für ein klares Nein aus. Dies tat Noch-Komitee-Mitglied und Neo-Gemeinderat Reto Schäfer ebenfalls. Er bezeichnete das Traktandum als Katastrophe und hielt fest, dass das Projekt aus dem Ruder gelaufen sei.

Zahlreiche Rednerinnen und Redner dokumentierten schliesslich, dass die Vorlage mit grossem Mehr angenommen werden wird. So erhielt eine Frau sehr starken Applaus, als sie das unverzichtbare Engagement des FCO für die Gemeinde würdigte. Als Mutter erwähnte sie zudem die grosse Bedeutung des Kunstrasenspielfeldes mit überkommunalem Status, im Speziellen auch für die Kinder und Junioren des FCO.

Mit dem Hinweis, dass der Banntag am 14. Mai stattfinden wird und dass die nächste Gemeindeversammlung am 23. Juni angesagt ist, beendete Grumelli die in geordneten Bahnen abgelaufene «Gmeini». Und: Am sehr späten Abend, im Nachgang zur Versammlung, informierte Schäfer im Namen des Komitees auf Anfrage, dass dieses auf ein erneutes Referendum verzichte. «Seitens Komitee respektieren wir den Entscheid, gratulieren dem FCO und werden kein Referendum ergreifen», sagte dieses zur ObZ.

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