Die goldene Angus-Kuh «Ikone»
Liedertswil Die Angus-Kuh hat den Herdbook-Award 2025 gewonnen
Die Angus-Kuh «Ikone» vom Sonnenhof Liedertswil hat die höchste Auszeichnung des Herdbook-Awards 2025 gewonnen. Cornelia und Teddy Plattner führen den Sonnenhof in Liedertswil mit Unterstützung ihrer drei erwachsenen Kinder als tolles Team und bewirtschaften 50 Angus-Kühe, die idealerweise jeweils ein Kalb haben, zwei Stiere, 15 Rinder, sechs Pferde, einige Schafe und zwei Katzen. Ihre Tiere haben auf dem Sonnenhof ein sehr schönes Zuhause und sind von Anfang Mai bis Ende Oktober auf der Waldweid.
Die Angus-Kuh «Ikone» erhielt den Herdbook-Award 2025 für ihre ausserordentlichen Merkmale.
Die Angus-Rinder auf dem Sonnenhof werden im Winter in einem schönen an den Seiten offenen Stall in Liedertswil versorgt und sind im Sommer auf der Waldweid auf der Weide.
Bei der Familie Plattner sind die Aufgaben klar verteilt, die Männer kümmern sich mehrheitlich um die Arbeit mit Maschinen und die Frauen um die Tiere. Dies entspricht nicht nur der Arbeit, sondern auch den Vorlieben. So hat zum Beispiel die jüngste Tochter Sari gerade selbst ein Fohlen gezüchtet und reitet es zu.
ObZ: Frau Plattner, wie erhielt die Kuh ihren speziellen Namen?
Cornelia Plattner: In unserer Zucht erhalten die Tiere den Namen immer mit dem gleichen Anfangsbuchstaben für ein Jahr. Im Jahr 2007 war es «I» und da das Kalb von Anfang an besonders auffallend schön und chic aussah, glänzte und eine tolle Haltung hatte, fand ich den Namen passend.
Welche Bedingungen sind für den Herdbook-Award entscheidend?
Es gibt eine Herdenbuch-Kommission vom Verein für Mutterkuh-Haltende und Fleischrinder-Züchtende «Mutterkuh Schweiz», die die Kühe standardisiert erfasst und für die beste Leistung im Jahr je Rasse mehrere Silber- und nur einen Gold-Award vergibt.
Es gibt drei Noten (für Körperbau, Bemuskelung und das Fundament der Beine), die sehr genau und linear definiert sind. Wenn man einen Zuchtbetrieb führt, werden die Kälber einmal pro Jahr offiziell gewogen und die Daten erhoben, um festzustellen, was eine Kuh leisten kann. Je mehr Milch sie hat, desto mehr Gewicht ist möglich. Sie muss gesund sein und etwas Genetik und Glück spielen auch noch mit. Bei der Zucht ist bereits die Auswahl des Stiers für die Besamung von der Statur und Haltung ein wichtiger Grundbaustein.
2021 haben wir bereits zwei Silber-Awards erhalten, aber der Gold-Award ist unerwartet und schon etwas ganz Besonderes!
Was hat die Angus-Kuh «Ikone» vom Sonnenhof ausgezeichnet?
Die Kuh wurde am 13. Mai 2007 geboren und hat insgesamt 16 Kälbern das Leben geschenkt. Ihr letztes Stier-Kalb brach sich sehr jung ein Bein, das dann gegipst werden musste und es sich auch wieder erholt hatte. Es erhielt den Namen «Zero», als Wunsch, dass er bitte kein weiteres Ungemach erleiden soll. Als besondere Merkmale erreichte die Kuh Ikone ein Absetzgewicht bei den Kälbern nach 205 Tagen von 4989 kg und eine lineare Beschreibung von über 90 (dies sind exzellente Werte).
Für mich war die Gold-Plakette eine sehr schöne Überraschung und eine Bestätigung meiner Hege- und Pflege-Arbeit mit den Tieren, die ich nach sehr klaren, nachhaltigen Prinzipien sehr gerne ausführe. Die Kuh «Ikone» wuchs mir seit der Geburt ganz besonders ans Herz. Deshalb bin ich besonders stolz auf den Award für sie.
Gibt es Vorteile aus dieser Auszeichnung?
In erster Linie ist das Ruhm und Ehre für gute Arbeit und eine schöne Bestätigung für unsere Zucht und den umsichtigen Umgang mit unseren Tieren. Die von «Mutterkuh Schweiz» organisierte Auszeichnung wurde am Fleischrinder-Stierenmarkt in der Vianco Arena in Brunegg (AG) offiziell vergeben. Als Auszeichnung erhielt ich die Gold-Plakette und ein Nachtessen und man trifft sich mit den anderen Schweizer Züchter*innen, die man meist nicht kennt.
Wie alt ist Ihre jüngste und älteste Kuh?
Das jüngste Kalb ist zwei Wochen alt bis zur «Seniorin» mit knapp 15 Jahren. Die Kühe haben es gut bei uns, sie müssen nur ihre eigenen Kälber säugen, sind lange auf der Waldweid und haben keinen grossen Leistungsdruck.
Welchen Beruf haben Sie erlernt und wie lange führen Sie den Hof schon?
Ich habe den Hof von meinen Eltern 1995 übernommen und bin gelernte Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrerin und gebe immer noch Stunden in der Sekundarschule Reigoldswil. Diese Ergänzung zur Arbeit als Landwirtin gefällt mir gut. Mein Mann, Teddy Plattner, ist gelernter Forstwart und arbeitet im Winter auch manchmal im Wald. Der Sohn Andri hat Landwirt gelernt und arbeitet zusätzlich noch auf Stundenbasis bei einer Firma. Die Tochter möchte Veterinärmedizin studieren und steht gerade im Abschluss der Matura in Liestal. Die andere Tochter Raya studiert Agronomie. Für den Erhalt von Direktzahlungen für die Landwirtschaft ist heute eine Landwirtausbildung Voraussetzung, die der Sohn erfolgreich absolviert hat.
Wie werden Ihre Tiere gefüttert?
Wir sind ein Grünlandbetrieb und füttern unsere Tiere vor allem mit Silage, Heu, Emd und manchmal Mais.
Und was essen Sie besonders gerne?
Die ganze Familie freut sich besonders an Fondue Chinoise aus eigenproduziertem Fleisch.
Welche Kunden beliefern Sie?
Das Restaurant Waldweid, das Hotel Leue Waldenburg, die Altersheime Frenkenbündten Liestal und die Nägelistiftung Pratteln und wir stellen für Privathaushalte 10-Kilo-Pakete mit verschiedenen Portionen zusammen. Wir sind stolz auf unsere Homepage, auf der man alle Informationen findet: www.sonnenhof-angus.ch.
Was wünschen Sie sich für Ihren Betrieb?
Meine Tiere möchten bitte möglichst gesund bleiben, dann ist die Arbeit schön und man kann es sich so einteilen, dass es für Alle aufgeht. Wenn Tiere krank sind, kann dies stressig werden und es ist fast so schlimm, wie wenn eigenen Kindern etwas fehlt. Ich mache mir dann schon grosse Sorgen und gebe Alles, damit es schnell wieder gut wird.
Vielen Dank für die interessanten Informationen und herzlichen Glückwunsch zur Angus-Kuh «Ikone» mit der goldigen Award-Auszeichnung!
Interview: Erika Bachmann






