Ein Pfad zu solidarischer Landwirtschaft

Niederdorf Erntedankfest auf der Solimatt 

Marianne Lerch (l.) und Seraina Sprecher bewirtschaften den Gemüsegarten.

Marianne Lerch (l.) und Seraina Sprecher bewirtschaften den Gemüsegarten.

Kira, die nächste Generation wird sich mit Gemüse versorgen. Fotos: E. Gysin

Kira, die nächste Generation wird sich mit Gemüse versorgen. Fotos: E. Gysin

Eine währschafte Gemüsesuppe erwartete die Besucherinnen und Besucher auf dem Niederdörfer Hof Baselmatt. Es waren etwa 40 Gäste, Mitglieder sowie Interessierte, die der Einladung der Solimatt, des gemeinschaftlichen Gemüsegartens, gefolgt waren, darunter viele Kleinkinder, die für gehörig Betrieb sorgten. Die Solimatt ist nach dem Konzept der soldarischen Landwirtschaft organisiert, sie wird als Solawi bezeichnet. Das Konzept bedeutet Vielfalt, jede Solawi zeigt sich in ihrer eigenen Individualität, ihre Menschen, Tiere, Böden und Pflanzen sind einzigartig. Das Konzept ist also sehr offen, es gibt nicht die Solawi.

Die Solimatt wurde erst vor sechs Monaten gegründet und ist noch im Aufbau begriffen. Mitglieder leisten je nach Bezug vom Ertrag einen Beitrag zum Gemeinschaftsgarten. Die Mithilfe kann sehr vielfältig sein, sie kann nach Absprache frei gewählt werden und hängt auch vom Können und den individuellen Fähigkeiten ab. Einmal pro Woche, im Winter vierzehntäglich, werden die Gemüsetaschen zusammengestellt und ausgeliefert. Zurzeit können sie an den Depotstellen in Liestal, Bubendorf, Waldenburg oder direkt auf dem Hof Baselmatt in Niederdorf abgeholt werden. Weitere Depotstellen können nach Bedarf hinzukommen. Auch weitere Mitglieder sind herzlich willkommen.

Saisonales sowie regionales Angebot

In den Gemüsetaschen steckt was eben gerade reif ist und geerntet werden kann. Was regelmässig auch eine Überraschung sein kann, es sei aber eine bereicherrnde Überraschung sagten die Gäste sehr übereinstimmend.

Initiantin.der Solimatt ist Marianne Lerch, «nach 30 Jahren Tätigkeit in der Landwirtschaft musste für mich jetzt noch etwas Neues kommen», sagte die ausgebildete Bäuerin mit einem Berufsabschluss vom Ebenrain. Sie habe lange genug erlebt, dass die Wertschätzung für landwirtschaftliche Produkte an einem kleinen Ort sei. Die solidarische Landwirtschaft biete die Chance einen direkten Kontakt zu Konsumentinnen und Konsumenten aufzubauen, der Zwischenhandel ist ausgeschaltet.

Auf 40 Aren Pachtland hat sie im April 2022 zusammen mit Seraina Sprecher, sie ist ausgebildete Gemüsegärtnerin, mit dem Gemüseanbau begonnen. Die Vorarbeiten für die Gründung des Vereins waren selbstverständlich eine wichtige Vorleistung für dieses ehrgeizige Projekt. «Seit dem Frühjahr lernen wir nun von unserem Boden, den Pflanzen und pflegen einen haushälterischen Umgang mit Wasser» , sagen beide Frauen, die leidenschaftlich an diesem Projekt engagiert sind. Beide leiten die Vereinsmitglieder bei deren Arbeitseinsätzen im Gemüsegarten fachkundig an.

Das Erntedankfest bot die erste Gelegenheit des Kennenlernens, viele Vereinsmitglieder und Interessierte kamen zum ersten Mal zusammen. Das Fest verlief in ausgesprochen geselliger Ambiance. Sowohl die zahlreichen Kinder wie die Erwachsenen genossen die ungezwugene Atmosphäre unter freiem Himmel. Dazu beigetragen haben auch die Musiker von «Chatpitre2», der Band mit Sound aus der weiten Welt, nie Gehörte aber umso spannendere Musik.

www.solimatt.ch

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