Gute Baukultur: Haus zum Feld

Reigoldswil Die Johann Rudolf Plattner-Stiftung wird für das Heimatmuseum in Reigoldswil ausgezeichnet

Im Haus befinden sich unter anderem eine Wohnung, das Museum und ein Veranstaltungsraum.

Im Haus befinden sich unter anderem eine Wohnung, das Museum und ein Veranstaltungsraum.

Mit Freude wird die Urkunde präsentiert.

Mit Freude wird die Urkunde präsentiert.

Am 31. Juli 1978 verstarb Johann Rudolf Plattner. Er vererbte sein Haus als Dorfmuseum den Bürgerinnen und Bürgern von Reigoldswil. Seine Johann Rudolf Plattner-Stiftung gründete er mit dem Zweck, ein Heimatmuseum zu schaffen und dieses zu unterhalten. Die Gesellschaft zum Feld betreibt das Museum und führt regelmässig Führungen durch.

Der Baselbieter Heimatschutz zeichnete die Johann Rudolf Plattner-Stiftung für ihren aussergewöhnlichen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes von Reigoldswil aus. «Sie verbindet den Schutz historischer Bausubstanz mit einer zukunftsorientierten Nutzung und schafft einen Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfinden.»

Der Heimatschutz, aber auch zweckbestimmte Stiftungen fördern die Baukultur und sind eine Lobby für Mauern, die nicht reden können. Die Fachleute halten stets ihre Ohren nach baukulturellen Perlen offen.

Esther Roth, Leiterin des Amtes für Kultur, informierte über die Geschichte des Posamenterhauses, das vor 250 Jahren auf freiem Feld gebaut wurde. Kurz nach dem Tod des Besitzers und des Stifters wurden die Türen für das Publikum geöffnet. Die Stiftung erweiterte und erneuerte das Haus. Heute ist es ein gesellschaftlicher und sozialer Treffpunkt. «Solche Orte sind Anker, die die kulturelle Vielfalt und Grundversorgung ermöglichen», sagte die Kulturfachfrau. «Die ehrenamtliche Tätigkeit, Verantwortung zu tragen und die Leute an Bord zu halten, sind nicht einfach.» Roth lobt diese Leistung und gratuliert zum Preis.

Es fehlen noch 50000

Stiftungsrat und Projektleiter Hans-Rudolf Sutter erzählte, wie das Reigoldswiler Projekt verwirklicht werden konnte. «Es gibt bei kulturellen Projekten keine Banken, die finanzieren. ‹Me muess s Bättle lehre›», sagte er.

Für die Realisierung brauchte es die drei Voraussetzungen Glück, klare Ziele und Durchhaltevermögen. Wenn ein Projekt gut ist und die Finanzierer Vertrauen haben, kann es funktionieren. Neben Swisslos kam ein grosser Teil der Spenden aus Reigoldswil und Umgebung. 1,2 Millionen Franken sind finanziert. Jetzt fehlen noch 50000 Franken, um die letzten Arbeiten abzuschliessen.

Sutter animierte andere Gemeinden, ebenfalls solche Projekte zu verwirklichen. Er schloss mit «Und wenn das Projekt gelingt und vollendet ist, bekommt man viele Streicheleinheiten» und lud dann zum Apéro ein.

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