Ratatouille für Ohren und Gaumen
Niederdorf Ein gut gelauntes Publikum erlebt einen lustigen Abend

Dirigent Patrick Schlumpf stellt sich zum letzten Mal auf die Bühne und legte los. Die Bläserinnen und Bläser starteten die sehr unterhaltsame Show mit «Marche Lorraine». Schwarze Hosen, weisse Hemden und Blusen mit gelber Krawatte waren das Tenue des Corps.
Mit voller, lauter Stimme begrüsste Präsident und Moderator Roman Bader sein Publikum. «Es git nüt schöners as e bretschvolli Halle», sagte er freudig. Dann übernahm Co-Moderator Claude Plattner die Bühne. Zu ihm trat die Air France Stewardess Madame Weber. Ihr Sketch thematisierte das Sicherheitskonzept in der Halle auf sehr lustige Weise. Das Publikum lachte.
Vom Dschungel zum Duett
Musikalisch ging es in die Wildnis mit «Dixie in the Jungle». Nach der fetzigen Melodie wurde es romantischer mit «Tête à Tête». Ein wunderschönes Duett mit Euphonium und Cornett, begleitet von der Rhythmusgruppe und Bläsereinsätzen zeigten die Vielfältigkeit der Dorfmusik.
Während «Selections from Ratatouille» fuhren plötzlich zwei Ratten auf ferngesteuerten Autos über die Bühne und auf der Leinwand lief der bekannte Film dazu.
Mitsingen und Sprachlabor
Zu «Mon Amour» von Hecht wurde das Publikum zum Mitsingen des Refrains aufgefordert. Das Publikum meisterte die Aufgabe souverän und spendete sich und dem Corps viel Applaus.
Das Französisch-Sprachlabor und der damalige Lehrer Paul Thüring wurden ausgespielt. Conférencier Plattner lief zur Höchstform auf, als er erzählte, wie ihr Lehrer, der im Publikum sass, an der Nase herumgeführt wurde. «Les Gendarmes de St. Tropez» leitete musikalisch und als Film (1964) den zweiten Teil ein. Louis de St. Tropez wurde auf die Bühne gerufen und Bader scherzte mit ihm als Rüdi de Niederdorf.
Danach referierte Plattner über «Vive la France», denn er genoss neben französisch auch Geschichte bei Thüring. Fast wie Empereur Napoleon ereiferte er sich auf der Bühne und bewies mit einem Experiment, dass es zwischen den Ausdrücken «Vive l’empereur» und «Pfyffelampeöl» keinen Unterschied gibt. Jetzt kam das Publikum in den Genuss eines Querschnitts durch bekannte französische Melodien.
Mit der Verabschiedung von Dirigent Patrik Schlumpf und dem Marsch «C‘est la Vie» ging ein musikalisch hochstehender und sehr unterhaltsamer Abend seinem Ende zu. Der Musikverein bewies wieder einmal, dass man keine auswärtigen Conférenciers braucht, wenn es aus eigenem Boden viel besser geht.
Zum Abspann legte sich Präsident Bader nochmals voll ins Zeug. Wie eine «Berggeiss» stieg auch Claude nochmals vom Podest und kündigte das letzte Stück an: «Can Can» von Jacques Offenbach. Dazu tanzten vier Girls vom Moulin Rouge in Originalkostümen. Nach einer Zugabe und dem Baselbieter Lied wurde in der Halle und an der Bar bis nach Mitternacht weitergefeiert.


