29 Mal Regio-Industrie zum Anfassen

Offene Türen Industrienacht Regio Liestal: ein Streifzug durch lokale Firmen

Pneuwechsel-Challange bei Garage P. Schweizer Liestal Foto: E. Bachmann
Pneuwechsel-Challange bei Garage P. Schweizer Liestal Foto: E. Bachmann

29 Firmen boten an der zweiten Industrienacht Regio Liestal vom 18. September zwischen 17 und 24 Uhr spannende Einblicke in ihren Alltag. Man erlebte, wie Wirkstoffe produziert, Transformatoren betrieben und Kanäle gereinigt werden und Interessierte konnten sich über die vielfältigen Ausbildungs- und Arbeitsplätze informieren.

Nach der erfolgreichen Erstausgabe 2024 lud die Industrienacht Regio Liestal 2026 zu einem weiteren Streifzug durch die lokalen Firmen. Mit Shuttle-Bussen auf drei Linien wurden die Interessierten zu den Firmen in den sieben Gemeinden Bubendorf, Itingen, Liestal, Sissach und zum ersten Mal auch in Füllinsdorf, Lausen und Pratteln gefahren. Die vielfältigen Schauplätze in ganz verschiedenen Branchen boten eine Fülle von Attraktionen.

Als Hauptsponsorin ist die Handelskammer beider Basel stolz, dass sich so viele Unternehmen an der Industrienacht engagierten und ihre Türen öffneten. So wurden 29 unterschiedliche Arbeitswelten in der Region Liestal erlebbar gemacht, der Austausch zwischen Unternehmen und Bevölkerung gefördert und die Vielfalt, Stärke und Innovationskraft der regionalen Wirtschaft aufgezeigt.

Eine Auswahl derBetriebsbesichtigungen

Rauscher & Stoecklin in Sissach öffnete den Transformator und zeigte die Bedeutung der Spannungswandler für eine funktionierende Infrastruktur. Mit einem Film und an vielen Stationen im Gebäude konnte man sich ein Bild verschaffen und beim von Automatiker-Lernenden und jungen Angestellten betreuten Fussball-Kicker oder an der Wurfwand sein Geschick testen. Der Gewinn war ein Anti-Stress-Gummi-Transformator für die Hand.

Auch in Sissach informierte Marco Di Lello vom Di Lello Pizzaofenhaus über den Bau von Pizzaöfen, die er selbst seit 31 Jahren konstruiert und bei Neapel bauen lässt. Die Öfen sind für Familien interessant, befinden sich in der Preiskategorie zwischen 2000 und 5000 Franken und bringen beste Pizzen hervor. Wichtig an einem Pizzaofen ist, dass er die Hitze von 400 Grad über vier Stunden halten kann und dennoch aussen maximal 35 Grad hat, der Kamin nicht im Backraum endet und keinerlei giftige Materialen verwendet werden. Der Teig für eine richtig gute Pizza muss mindestens eine Stunde ziehen und sieben Gramm Hefe reichen auf ein Kilo Mehl. Selbstverständlich konnte man dort eine feine Pizza konsumieren.

Bei der Firma Lichterloh werden mit sieben Mitarbeitenden Lichtkunstwerke gestaltet. In einem Rundgang erhielt man Informationen zur idealen Beleuchtung eines Arbeitsplatzes. Derzeit ersetzt diese Firma die alten Natriumhochdruck-Dampflampen der Industriellen Werke Basel auf dem Franck-Areal mit LED-Leuchten. Weiter suchte man sich dort ein Sternbild aus und versuchte, es mit einer kleinen Lichtnadel an der Wand an der möglichst richtigen Stelle zu stecken.

Das Ikea-Lagerhaus in Itingen zeigte mit einem Trail in zwölf Stationen seinen laufenden Betrieb in den riesigen Hallen. Für Ikea war die Teilnahme an der Industrienacht eine grosse Chance, das Unternehmen den Menschen in der Region näherzubringen und mit einem Blick hinter die Kulissen die spannende Welt von Transport und Logistik zu zeigen. Für das richtige Lösungswort aus dem Trail lockte am Ende ein Ikea-typischer Hotdog oder Köttbullar.

Ein innovatives«Metzgerhuus» in Füllinsdorf

Der faszinierende Betriebs-Rundgang im Metzgerhuus Stadt und Land in Füllinsdorf wurde von den Gründern Christoph und Raphael Jenzer (Vater und Sohn) geführt. Sie haben vor einem Jahr ein regional orientiertes Schlachthaus nach modernsten Prinzipien mit hoher Nachhaltigkeit bis hin zu einem mietbaren Eventraum (für 40 Gäste) und einem Shop, der mit einem grossen regionalen Angebot an frischem Fleisch und vielen Spezialitäten ganzjährig bis 22 Uhr geöffnet ist, geschaffen. Das Schlachthaus wurde mit Beratung vom Tierschutz mit den bestmöglichen Bedingungen für die Tiere realisiert. Der Weg vom Stall vor Ort bis zur Betäubungsbox und zur Schlachtung ist unter den höchstmöglichen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsprinzipien perfekt durchorganisiert. Die Bauern, die Tiere bringen, können wählen, wie lange ihr Fleisch abhängen soll. Für Dry-Aged-Fleisch durfte man in die spezielle Schatzkammer schauen, wo die Spezialstücke länger reifen können. Das Gebäude wurde innen mit themennaher Kunst von Corpaato (Jean-Pierre Corpataux, malender Metzgermeister aus Fribourg) an den Wänden und Türen verschönert, die das Gebäude sehr einladend macht.

Wie Strom und Wärme in die Häuser gelangen, konnte man bei der Elektra Baselland (EBL) in Liestal entdecken. Mit VR-Brillen flog man über ein Windrad und mit einem Planspiel konnte man die Schwierigkeit des Einkaufs zum möglichst günstigen Strompreis je nach Wetterlage erfahren.

Die Handwerkskünste einer (Küchen-)Schreinerei mit 20 Mitarbeitenden, davon fünf Lernende, waren bei der Büchi AG Innenausbau/Küchen in Liestal zu erleben, wo Holzwerkstücke gestaltet und dreidimensionale Pläne direkt mit QR-Code in die Produktion geschickt wurden während der Roboter Holzplatten manövrierte. Bei der Garage P. Schweizer gleich nebenan konnte man ein Fahrzeug stylen oder das eigene Geschick in der Radwechsel-Challenge beweisen.

Eine lange Nacht ging mit müden Beinen und einem vollen Kopf mit so vielen neuen Erkenntnissen zufrieden zu Ende.

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