CHI Classics Basel abgesagt
Enttäuschung für Veranstalter, Reiter, Pferdebesitzer und engagierte Helfer/-innen

Von 13. bis 16. Januar hätte die grösste und höchst dotierte Indoor-Pferdeveranstaltung der Schweiz in der St. Jakobshalle Basel stattfinden sollen. An der Medienkonferenz am 16.November waren die Veranstalter noch zuversichtlich gewesen und freuten sich auf die neue Attraktion, dass zu den internationalen Springreitern zusätzlich Dressur auf höchstem Niveau gezeigt werde. Und zugesagt hatte, was international Rang und Namen hat. Dann entzog der Kanton Baselland auf Grund der zunehmenden Corona-Ansteckungen am 29. Dezember die Erlaubnis. Die Vorbereitungen waren weit fortgeschritten und die lange, sorgfältige Planung im Eimer.
Nicht nur das Organisationskomitee mit CHI-Verwaltungsratspräsident Thomas Straumann und OK-Präsident Andy Kistler war sehr enttäuscht. Es fielen alle Beteiligten zuerst mal in eine Art Schockstarre, wie sich jemand äusserte, der sich auch auf diesen Höhepunkt des Jahres vorbereitet und gefreut hatte: Dominik Wiesner aus Zunzgen, der seit Beginn des CSI Basel 2010 mit einer Ausnahme bei den Amateuren mitgeritten ist. Entweder auf eigenem Pferd oder auf solchen von Freunden. Meist aber stellte ihm sein Mäzen George Vogler Pferde zur Verfügung und war begeistert mit seiner Frau über die Erfolge, die Dominik mit ihnen erzielte. Für den 35-jährigen sympathischen und ambitionierten Reiter ist die Gelegenheit, in Basel in der gleichen Arena zu starten wie die internationalen Spitzenreiter, etwas ganz Besonderes. In Berührung mit ihnen zu kommen auf dem Abreitplatz, auf der Reitertribüne und beim Essen. In der Kantine stehen nämlich alle an: Prinzessin, Multimillionärin und andere Berühmtheiten, die es geniessen, in der Reitergemeinschaft als ebenbürtige Konkurrenten aufgenommen zu werden.
Auf die Frage, ob der Anlass, wie vom Kanton vorgeschlagen, ohne Publikum hätte durchgeführt werden sollen, meint Wiesner, dass ihm die Spannung, mit der das Publikum die Atmosphäre schafft, fehlen würde. Aber natürlich auch das Mitfiebern, die Unterstützung und das Mittragen durch seine Familie, Freunde und Bekannte, mit denen er jeweils Frust und Freude teilen kann. Die beiden Pferde, Isaac von George Vogler und Quentin von Peter Böhringer, die er mit Herzblut trainiert hat für diesen grossen Anlass, dürfen nun nochmals Pause machen und lassen die beiden Pferdebesitzer, den Reiter und seine Pferdepflegerin Tanja in der Enttäuschung über die verpasste Gelegenheit zurück.
Aber auch zahlreiche freiwillige Helfer aus dem Baselbiet hatten sich auf den Event als Highlight des Jahres gefreut. Zum Beispiel Stefan Schaub, der seit Jahren mit einem Team im Parcoursbau mithilft und es geniesst, auf Augenhöhe diese Top-Pferde mit ihren berühmten Reiter/-innen über die Hindernisse fliegen zu sehen. Er findet, dass ein solches Weltcup-Springen wichtig sei für die Schweiz.
Dass auch Pferdebesitzern wichtige Gelegenheiten entgehen, ihre Cracks vorstellen zu können und sich mit ihren Reitern über Erfolge zu freuen, bestätigte Luigi Baleri, der grosszügige Mäzen und Freund von Martin Fuchs und Familie. Sie feierten zusammen grosse Triumphe in Basel, als Martin Fuchs 2018 mit Clooney den grossen Preis gewann und 2019 das Weltcupspringen. Aber auch er beugt sich dem für die Gesundheit notwendigen Beschluss, wenn auch mit Enttäuschung, da ja nicht nur Basel abgesagt wurde. Nicht nur die Reiterwelt hofft, dass nach dieser neuen Corona-Welle endlich wieder mehr Normalität einkehren wird!