Fokus auf das gemeinsame Singen
Liestal Ein magischer Abend mit Francine Jordi, Dani Sparn mit Band und Insieme-Chor
Das Benefizkonzert vom Francine Jordi, Dani Sparn und Band mit dem Insieme-Chor aus 20 Personen mit einer Beeinträchtigung am letzten Freitagabend im Elefantehuus in Liestal war die Krönung einer Musikwoche, in der im Club «enJoy» in Liestal geprobt, gelernt und an den vier ausgewählten Musiktiteln «Romeo & Julia», «Du, für immer du», «Vogellisi» und «Kiosk» fleissig und intensiv gearbeitet worden war. Dabei lag der Fokus mit Francine Jordi und dem Vocal Coach Mark B. Lay auf dem gemeinsamen Singen, dem musikalischen Ausdruck und der Bühnenpräsenz.
Das Konzert zeigte, was möglich wird, wenn Menschen im Sinne der Inklusion ohne und mit Beeinträchtigung gemeinsam Musik gestalten – offen, ehrlich und mitten aus dem Leben. Der Konzertabend vor grossem Publikum war dann auch kein Auftritt im klassischen Sinne, sondern chormässig ein Ausdruck von Inklusion, Leidenschaft und der verbindenden Kraft der Musik. Nach den Auftritten von Dani Sparn und Band und Francine Jordi wurde auf der Bühne mit den Workshop-Teilnehmenden sicht- und hörbar, was in der vergangenen Woche alles erarbeitet und geleistet wurde. Und das war so einiges.
Wenn aus Zurückhaltung Mut wird
Zum guten Gelingen einer solchen Woche meinten die zuständigen Insieme-Mitarbeiterinnen Claudia Glaser und Brigitte Mertz: «Ein Erfolg ist diese besondere Workshop-Woche dann, wenn die teilnehmenden Menschen mit kognitiver Behinderung über sich hinauswachsen dürfen – musikalisch, persönlich und als Gemeinschaft. Wenn aus anfänglicher Zurückhaltung Mut wird, wenn Stimmen sicherer klingen und Stolz in den Gesichtern zu sehen ist, ist bereits viel erreicht.»
Eine Herzensangelegenheit
Für Francine Jordi war dieser Konzertabend «eine Herzensangelegenheit». Seit 28 Jahren steht sie auf der Bühne und sie freut sich, dass man ihr immer noch gerne zuhört. Aber vor Jordi heizte Dani Sparn mit seiner Band dem Publikum lautstark ein. Es folgten Hit auf Hit und das Publikum war rasch begeistert. Keyboard, Gitarren, Gesang und Sparn mit Trompete und Alphorn brachten einen satten Sound ins Elefantehuus. Der Techniker am Mischpult machte einen ausgezeichneten Job und brachte die Stimmen in den Vordergrund.
2017 hatte Jordi grosse gesundheitliche Probleme. Sie schaffte es aber, wieder aufzustehen. Auch dem Publikum wünschte sie kleine Wunder und die Kraft zum Weitermachen. Mit 21 musste sie ihren Platz in der Welt finden. Die Journalisten fragten nach ihren Träumen. Heute mit 48 fragen sie nach den Fehlern, die sie machte. «Eigentlich keine», sagte sie. «Es brauchte jedes Cherli und jeden Umweg.» Auch in einem zweiten Leben würde sie alles nochmals gleich machen. Und dazu passte ihr Song «Zweites Leben». Dann folgte der Hit «Träne». Zu «Ma Chérie» kamen der Insieme-Chor und die Band auf die Bühne. Mit den einstudierten Hits wurde die Bühne gerockt und es ging die Post so richtig ab. Das Publikum im Saal tobte.
Dann kündigte Dani Sparn das Grande Finale an. 28 Sängerinnen, Sänger und Musiker schmetterten das Berner «Vogellisi» durch den Saal, dass man es bis zum Bahnhof hören konnte und kaum noch jemand sitzen blieb. «Das wärs jetz gsi!» Aber nein. Das Publikum verlangte eine Zugabe, die sehr gerne gewährt wurde. Nochmals harten Schweizer Volksmusiksound. Wunderbar und herrlich bis zum letzten Ton. Weiter Bilder und Filme: www.presstime.ch > Konzerte






