Die besten Rotweine sind Oberbaselbieter

Baselbieter Staatswein Der Kanton kürte im Schloss Ebenrain seine Top-Gewächse

Das sind die vier Baselbieter Staatsweine.Fotos: U. Fluri
Das sind die vier Baselbieter Staatsweine.Fotos: U. Fluri

Es ist unter Kennern längst bekannt, dass die besten Baselbieter Weine in der obersten Liga mitspielen. Und das seit einigen Jahren mit dem «Segen» von Fachleuten und Juroren aus der ganzen Schweiz. Mit der Möglichkeit der Winzer, ihre Weine im Qualitätswettbewerb zur Staatswein-Kür einzureichen, wird so den besten Tropfen ein Gütesiegel verliehen, das sogar amtlichen Charakter hat und den einheimischen Gewächsen zweifellos zu höherem Bekanntheitsgrad verhilft. Und selbstredend soll der Staatswein dann auch an offiziellen Anlässen des Kantons ausgeschenkt werden.

Grosses Schaufenster für die Baselbieter Weine nun also am letzten Montag im Schloss Ebenrain in Sissach. In einem feierlichen Zeremoniell hat eine Jury bestimmt, welche Tropfen das begehrte Label «Staatswein» tragen dürfen. Vorgängig kam es indes bereits am 4. Mai im Bad Bubendorf zu einer Vorselektion. Dabei haben fünf professionelle, ausserkantonale Degustatoren und Sommeliers die 69 nach den Vorgaben von AOC Basel-Landschaft eingereichten Weine in den vier Kategorien «Leichte Weissweine ohne Holzfass», «Kräftige und aromatische Weissweine oder Cuvées», «Reinsortige Pinots Noirs» sowie «Reinsortige Rotweine oder Cuvées» bewertet und die ersten drei pro Kategorie zu Finalisten erkoren.

Weinselige Prominenz

Unter der Federführung von Christoph Böbner, Leiter des Ebenrain-Zentrums und Andreas Buser, Präsident des Weinproduzentenverbandes Region Basel/Solothurn hat sodann die grosse regionale Winzerfamilie im Beisein von viel Polit-Prominenz dieses Finale als «Krönung» mitzelebriert, dem Kulturgut Wein in allen Facetten gehuldigt und die Wertschätzung der Winzer dankbar zum Ausdruck gebracht.

Hauptdarsteller des Bewertungsszenarios im Gewölbekeller des Schlosses waren jetzt nicht mehr die önologischen Gurus, sondern eine Laien-Jury, die den ihnen vorgesetzten Weinen kommentarlos die Rangpunkte zu vergeben hatte. Dabei liest sich die Namensliste dieser Promis wie ein «Who is Who». Angeführt von Regierungsrat Thomi Jourdan und seinem Basler Amtskollegen Kaspar Sutter haben Landratspräsident Reto Tschudin, Grossratspräsidentin Gianna Hablützel-Bürki, die Landschreiberinnen Elisabeth Heer Dietrich und Barbara Schüpbach-Guggenbühl sowie Persönlichkeiten aus Kultur, Gastronomie und Medien in andächtigem Ritual die Gläser geschwenkt, den Wein mit kritischer Mine betrachtet, die Nase ins Glas getaucht und den edlen Saft mit kauenden Bewegungen im Mund verwirbelt.

Wie sympathisch im Anschluss der Baselbieter Landwirtschaftsdirektor Thomas Jourdan, augenzwinkernd mit seinem Geständnis: «Ich bin zwar kein Connaisseur, kann aber zwischen gutem und schlechtem Wein sehr wohl unterscheiden.» Es gab indes nur gute Weine zu verkosten, denn im Rennen waren ja die Finalisten. Und da kamen mit dem Cuvée «Pinot/Dorsa» von Melanie und Joel Buser vom Leimenhof in Buus sowie dem «Syydebändel Pinot Noir Barrique», gekeltert bei Siebe Dupf in Liestal, gleich zwei Oberbaselbieter Rotweine zu Staatswein-Ehren. Insbesondere der «Syydebändel», eine Pinot Noir-Assemblage aus den besten Lagen von Maisprach, Buus, Wintersingen, Sissach und Gelterkinden ist ein Indiz für das gute Schaffen im Oberbaselbieter Weinbau. Die weiteren Staatsweine: Riesling Silvaner als bester Weisswein vom Weingut Jauslin in Muttenz und Baselbieter Kerner als bester aromatischer Weisswein von Siebe Dupf in Liestal.

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