Die Überversorgung herunterfahren

Liestal/Basel Neue gemeinsame Spitalliste beschlossen  

Um Mehrspurigkeiten einzuschränken und um Kosten zu sparen, haben die beiden Basel beschlossen, ab 1. Juli dieses Jahres eine gemeinsame Spitalliste zu führen. An einem virtuell durchgeführten Medienanlass orientierten die beiden Gesundheitsdirektoren Thomas Weber und Lukas Engelberger über die Einzelheiten des Projekts. «Wir können den Bär nicht waschen, ohne dass dessen Fell nass wird», stellte Weber einleitend fest und meinte dabei die Unter-, Über- und Fehlversorgung der einzelnen Leistungserbringer. Gestützt auf einen Staatsvertrag gelte es, diese Entwicklung zu korrigieren. So, sagte der Baselbieter Gesundheitsdirektor, seien die beiden Kantone verpflichtet, einerseits das Gesundheitswesen zu optimieren und das Kostenwachstum zu bremsen und andererseits die Hochschulmedizin langfristig zu sichern. Mit einem bedarfsgerechten Angebot, rechnete Weber, könne die Zahl der in der Kritik stehenden Fälle auf rund 3200 pro Jahr halbiert werden, was Kosteneinsparungen von 33 Millionen Franken bewirken würde. «Alle Versicherten haben Zugang zu allen medizinischen Leistungen», betonte Lukas Engelberger, Vorsteher des baselstädtischen Gesundheitsdepartements. Auch die Weiterbildungspflicht in allen Berufen des Gesundheitsbereichs gehöre zur Spitalplanung. Die Kantone stünden deshalb im laufenden Dialog mit den Leistungserbringern.

Patienten haben freie Wahl

Inzwischen haben 31 von 35 Spitäler und Kliniken in der Region die Leistungsvereinbarung erhalten. Diese bündelt die Angebote und optimiert die Gesundheitsversorgung in allen Bereichen mit dem Ziel, die Zahl der stationären Behandlungen zu reduzieren und auf ambulante Behandlungen zu verlagern. Die Patientinnen und Patienten können aber nach wie vor frei wählen, wo sie behandelt werden möchten. Ob ein Eingriff in einer bestimmten Institution gerechtfertigt ist, wird von einer externen Fachkommission überprüft. Die Spitalliste wird flexibel gehandhabt und trägt dem Wachstum der Bevölkerung sowie dem höheren Lebensalter der Versicherten Rechnung. Verschiebungen innerhalb der Spitäler sind nicht nur möglich, sie sind sogar erwünscht. 95 Prozent der Leistungen werden auch künftig in vier oder mehr Spitälern angeboten, wobei schweizweit die volle Freizügigkeit gilt. Regierungsrat Thomas Weber betonte, Angebotsreduktionen würden rechtsgleich, transparent und partnerschaftlich angeordnet.

Regierungsrat Lukas Engelberger ist sich im Klaren, dass die Leistungsvereinbarung in den Spitälern, die künftig stärker kontrolliert sein werden, skeptisch aufgenommen werde. Für Peter Berchtold, Präsident der unabhängigen Fachkommission, ist die Spitalliste ein pionierhafter Schritt in die richtige Richtung, was landesweit Schule machen könnte.

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