Eine umtriebige Person

Liestal Gedenkfeier zum 200.Geburtstag von Johann Jakob Christen 

Würdige Feier zum 200. Geburtstag von Johann Jakob Christen in der Stadtkirche Liestal.

Würdige Feier zum 200. Geburtstag von Johann Jakob Christen in der Stadtkirche Liestal.

Aus dem Familienbesitz, original Arbeitswerkzeug von Johann Christen. Fotos: U. Roth

Aus dem Familienbesitz, original Arbeitswerkzeug von Johann Christen. Fotos: U. Roth

In der Stadtkirche in Liestal wurde am letzten Sonntag der 200. Geburtstag von Johann Jakob Christen (1825–1914) gefeiert. Der Baselbieter war eine umtriebige und bewundernswerte Person. Am 18. August 1825 in Itingen geboren, wuchs er wohlbehütet mit seinen Geschwistern auf.

Dank der exakt geführten Tagebüchern von Jakob Christen konnten sein Leben und seine Gedankengänge genaustens nachverfolgt werden. Da seine direkten Nachkommen diese Tagebücher aufbewahrt haben, konnten Annerose und Fritz Krey, Arlesheim, in Zusammenarbeit mit Dominik Wunderlin, lic. phil l., Liestal, eine Gedenkschrift mit dem Namen «Was für ein Leben! Meine Lebensgeschichte» herausgeben. Sie erzählten daraus diverse Anekdoten.

In der Kirche sassen direkte Nachkommen von Jakob Christen. Unter anderem Erwin Christen, geboren 1952, mit seiner Familie, die in der Papiermühle in Lausen wohnt. Die Papiermühle wurde von Erwin Christen, geboren 1889, Sohn von Jakob Christen, erworben und blieb seither in der Familie.

Ebenso anwesend aus der Christen-Dynastie war der letzte Besitzer der Firma Beton-Christen AG in Muttenz, die im Jahre 1878 gegründet und 2018 verkauft wurde.

Den beruflichen Werdegang von Jakob Christen konnte man in der ObZ von vergangener Woche nachlesen.

Interessant war dieser Eintrag im Tagebuch: Christen ging gar nicht gerne zur Schule. Aber sein Vater förderte die Talente seines Sohnes wie Malen, Zeichnen und Musik. In jungen Jahren ging er sehr gerne tanzen, im Café Spitz oder im Casino in Basel.

«Bis 1841 hatte ich ein friedliches Leben», so lasen Annerose und Fritz Krey aus dem Tagebuch. Dann kam eine Epidemie über das Land, auch Christen erkrankte.

Eine ebenso interessante Geschichte war das Zusammenkommen mit seiner zukünftigen Frau Maria Gysin aus Oltingen und ihre Hochzeitsreise ins Welschland. Acht Kinder gebar Maria Gysin, sieben erreichten das Erwachsenenalter. Am 25. Juni 1914 verstarb Johann Jakob Christen im Beisein seiner Kinder. So schrieb es einer seiner Söhne auf.

Im Jahre 1870 gründete Christen eine Streichorchestergesellschaft in Arlesheim. Er stellte die Lieder und Noten zusammen. Jahre Später sammelte seine Enkelin Hanny Christen die Noten und liess die Melodien wieder aufleben. An der Feier in der Kirche in Liestal untermalte das Volksmusikensemble «#fidel» aus Arlesheim, unter der Leitung von Annerose Krey, den Anlass mit Melodien aus dieser Sammlung.

Johann Jakob Christen – eine Person, die den beiden Basel und seiner Familie viel Gutes und Unvergessliches hinterlassen hat.

Markus Eigenmann, Gemeindepräsident von Arlesheim, besuchte den Anlass ebenfalls und richtete ein paar Worte an die Anwesenden.

Ein Sonderheft kann bei den «Baselbieter Heimatblättern» (www1.heimatblaetter.ch) bezogen werden.

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