Feuer frei für Polit-Prominenz

Liestal Das Feldschiessen 2019 ist mit dem traditionellen Kick-Off Event lanciert

Oberst Martin Büsser: der Beste der hohen Offiziere. Fotos: U. Fluri

Oberst Martin Büsser: der Beste der hohen Offiziere. Fotos: U. Fluri

Sabine Pegoraro: zwei Nuller, trotz gutem Anschlag.

Sabine Pegoraro: zwei Nuller, trotz gutem Anschlag.

Thomas Weber korrigiert nach rechts.

Thomas Weber korrigiert nach rechts.

«Alle ans Feldschiessen!» So lautet der diesjährige Slogan des Schweizerischen Schiesssportverbandes. Diesem unmissverständlichen Aufruf folgt auch die Kantonalschützengesellschaft Baselland (KSGBL), die nichts unversucht lässt, die über 130-jährige Tradition des Feldschiessens zu bewahren. So wurden am vergangenen Donnerstag einmal mehr prominente Persönlichkeiten aus Politik und Armee in den Schiessstand Sichtern eingeladen, um mit einem werbewirksamen Kick-Off Event auf diesen Grossanlass vom 24. bis 26. Mai aufmerksam zu machen.

Die viel beachteten Protagonisten waren selbstredend nebst den Regierungsräten Sabine Pegoraro und Thomas Weber acht Landräte, zusammen mit Landratspräsident Hannes Schweizer sowie Landschreiberin Elisabeth Heer Dietrich. Sie haben alle das Originalprogramm mit Gewehr oder Pistole geschossen, ein Unterfangen, das den Promis mit unterschiedlichem Erfolg gelang. Dies, nachdem sich die Magistraten noch wenige Stunden zuvor in der Landratsdebatte zum neuen Steuergesetz ins verbale Kreuzfeuer genommen haben. Am Abend im scharfen Schuss gings dann aber wieder ganz friedlich zu und her. «Wenn wir jetzt zur Waffe greifen wird’s wieder gemütlich und dann bleibt die Politik aus dem Spiel», scherzte der Frenkendörfer SVP Landrat Andi Trüssel.

Erklärungen und Ausreden

Nach dem zackigen Kommando «Anschlagen – Feuern!» war es aber vorbei mit der Gemütlichkeit. Die vielen Politiker sind mit ihrer Teilnahme an diesem Prolog zwar mit gutem Beispiel vorangegangen und werden dem Feldschiessen sicher etwas Publicity und Schub verleihen, den besonders Ehrgeizigen genügte das aber nicht.

Man wollte insbesondere gegenüber den lizenzierten «Sparringpartnern» aus dem Verband gute Figur machen und strebte nach dem Kranz mit mindestens 57 Punkten. Den holten sich Thomas Weber, Michael Degen, Hans-Urs Spiess sowie Andi Trüssel. Dem Liedertswiler Landrat Michael Degen fällt die Ehre zu, mit 64 Punkten der treffsicherste Baselbieter Parlamentarier zu sein. Derweil verschmähte Thomas Weber trotz den guten 63 Punkten einige schwache Schüsse als «Linksabweichler» und gab so zu witzigen politischen Interpretationen Anlass. Trotz Kranzgewinn waren auch Hans-Urs Spiess und Andi Trüssel nicht ganz zufrieden. Während bei Spiess «plötzlich das Licht vom Korn gefallen ist» musste bei Trüssel «der allgemeine Zeitdruck in seiner politischen Tätigkeit» als Erklärung für diesen oder jenen verlorenen Punkt herhalten.

Viel Selbstironie sodann in der Analyse von Sabine Pegoraro, nachdem sie im Pistolenschiessen zweimal neben die Scheibe ballerte: «Ich bin scheinbar einfach für die Nuller zuständig.»

In der abschliessenden Dankesbotschaft von Beda Grütter, Präsident der KSGBL, standen nicht die Punktezahlen im Vordergrund, sondern vielmehr das für die Schützen vor der Abstimmung zum EU-Waffenrecht drohende Ungemach. Seine rhetorische Frage: «Wieso wird ständig gesagt, es ändert sich nichts. Ist eine Wegnahme eines Bürgerrechts keine Änderung?»

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