Himmelwärts und doch verwurzelt mit der Erde

Ausstellung René Küng kehrt nach 45 Jahren in den Ebenrain-Schlosspark zurück  

Der Steinhauer René Küng stellt zum dritten Mal im Ebenrain-Schlosspark aus.

Der Steinhauer René Küng stellt zum dritten Mal im Ebenrain-Schlosspark aus.

Das grosse Sonnentor, erschaffen aus Kalkstein im Jahre 2018.

Das grosse Sonnentor, erschaffen aus Kalkstein im Jahre 2018.

Die Skulptur «Mondspaziergang» ist aus Aluminium und wurde in diesem Jahr erschaffen.Fotos: Pier-Giuseppe Cacciatori

Die Skulptur «Mondspaziergang» ist aus Aluminium und wurde in diesem Jahr erschaffen.Fotos: Pier-Giuseppe Cacciatori

«Zwischen Mond und Sonne» nennt sich sowohl die Freilicht-Jubiläumsausstellung wie auch der Titel des neuen Buches des Steinhauers Rene Küng. Der 1934 in Allschwil geborene Künstler hat ein hohes Renommee. Medien und Kunstinteressierte aus Nah und Fern richteten ihren Fokus auf den Anlass. Sodann traf sich am letzten Sonntag ein illustres Publikum im Schloss Ebenrain. Gerade noch rechtzeitig hat «Wettergott» Petrus die Schleusen des Himmels geschlossen und den Regen damit eingestellt. Die Ansprachen der Kuratorin Kitty Schaertlin, des Regierungsrates Thomi Jourdan und Silvia Küng, Ehefrau des Künstlers und Projektleiterin der Ausstellung, fanden nämlich draussen statt.

In der Begrüssungsrede freute sich Schaertlin darüber, dass René Küng nach 45 Jahren zu seinem Traumort nach Sissach in den Schlosspark zurückkehrt, um wiederum eine Auswahl seiner Skulpturen zu präsentieren. Sie erlaubt neben aktuellen Werken auch einen Rückblick auf 70 Jahre Arbeit mit tonnenschwerem Material wie Stein, Bronze, Holz und vielem mehr. Schaertlin war beeindruckt von der Schaffenskraft und Genialität des 90-jährigen Künstlers und zollte ihm grossen Respekt.

Für Jourdan war es eine grosse Ehre, dem Jubilar zum dritten Mal die wunderschöne Umgebung des Schlosses Ebenrain bieten zu dürfen und er konstatierte: «1978, als Küng erstmals im Schlosspark ausstellte, war ich vierjährig. Ich bin fasziniert von seiner einzigartigen Karriere.» Kunst, so meinte Jourdan weiter, «muss nicht immer hochtrabend erklärt werden. Zudem habe ich das notwendige Wissen nicht, um in die Tiefe und mögliche Deutungen der einzelnen Werke zu erläutern. Aber Küngs Figuren berühren, entführen und verführen. Sie wecken Sehnsüchte unsichtbare Leitern zu erschaffen und Hoffnung in der Alltäglichkeit zu entdecken. Und vielleicht ein Stück Himmel auf Erden zu erklimmen».

Buch zur Jubiläumsausstellung

Schliesslich bedankte sich Ehefrau Silvia am Rednerpult bei allen Mitwirkenden sowie bei der Helferschaft und war zutiefst beglückt über die Unterstützung des Sohnes und der Tochter. Sie wies zudem auf das neu erschienene Buch hin, das sich der Jubiläumsausstellung ihres Mannes widmet. Darin abgebildet sind die 19 im Park ausgestellten Skulpturen und solche, die in Privatbesitz sind. Auch zeigt es René Küng bei der Arbeit. Die Texte schrieben Michael Babics, Kunsthistoriker, Esther Roth, Leiterin Amt für Kultur des Kantons Basel-Landschaft, und das Grusswort schrieb Ständerätin Maya Graf.

Wie recht Graf doch hat, wenn sie schreibt: «Der Ebenrainpark in Sissach gehört zu diesen traditionellen und sehr beliebten Ausstellungsorten für Künstlerinnen und Künstler …, die Allee mit den jahrhundertealten Linden, dazwischen die sanften Wiesen, haben Kulturschaffende immer wieder zu spannenden Werken inspiriert. Kunst und Natur vereinigen sich hier … Küng nimmt uns mit seiner Skulpturenausstellung auf eine Reise weit zu den Himmelsgestirnen und bleibt doch verwurzelt auf der Erde».

Möge es vielen Besucher/-innen gelingen, im Ausstellungsjahr – es dauert bis August 2025 – sich auf die archaisch anmutende Kunst unter freiem Himmel einzulassen und zu erleben. Öffentliche Führungen gibt es jeweils am ersten Sonntag des Monats ab 14 Uhr.

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