Hohe Ernte bei guter Qualität

Weinproduzenten 2023 war für die einheimischen Weine ein guter Jahrgang  

Diese vorselektionierten Weine stehen bereit fürs Finale.Fotos: U. Fluri

Diese vorselektionierten Weine stehen bereit fürs Finale.Fotos: U. Fluri

Der neue Ebenrainchef Christoph Böbner ist Gastgeber der Staatswein-Kür.

Der neue Ebenrainchef Christoph Böbner ist Gastgeber der Staatswein-Kür.

«Die Winzerinnen und Winzer haben dazu gelernt und sind besser ausgebildet, um auf die Wetterkapriolen der vergangenen Jahre zu reagieren.» Das sagte Andreas Buser, Präsident des Verbands der Weinproduzenten Region Basel/Solothurn am letzen Dienstag anlässlich der Medienorientierung zum Weinjahrgang 2023 im Gasthof Ochsen in Arlesheim. Tatsächlich haben wir ein Rebjahr hinter uns, das immer mal wieder mit grösseren Wetterschwankungen aufgewartet hat und die Flexibilität der Pflanze, aber auch der Rebleute und Kellermeister auf die Probe gestellt hat. Urs Weingartner, Fachstelle Rebbau am Zentrum Ebenrain, ging in seiner Betrachtung nebst den meteorologischen Details auf den immer wichtiger werdenden Zeitpunkt der Traubenernte ein. Es sei gegen Ende der Reifephase im Rebberg noch richtig hektisch geworden. Engbeerige Blauburgunderklone wurden durch den ausgiebigen Augustregen zum Aufplatzen gebracht, was zu Essigfäule führte und Fruchtfliegen wie die Kirschessigfliege massenweise angezogen haben. «Wann ist in einer solchen Situation der richtige Moment, um die Trauben zu lesen», fragte Weingartner rhetorisch. Wann auch immer – mit grossem Sönderungsaufwand, vor allem beim Blauburgunder, konnte letztendlich doch noch eine sehr gute Ernte eingefahren werden. Mit 996 Tonnen Weintrauben wurde der zweite Rang im Zehnjahresvergleich erreicht. Traditionell den höchsten Anteil hatte der Blauburgunder mit 431 Tonnen, gefolgt vom Riesling-Silvaner mit 128 Tonnen. Bei gestiegener Anbaufläche ist der Kerner mit 52 Tonnen die Sorte mit dem prozentual grössten Anstieg.

So positiv sich in der Tendenz die höheren Temperaturen als Folge des Klimawandels grundsätzlich auf den Weinbau auswirken – daraus resultieren viele neue Probleme. Zwar wurden 2023 zum Beispiel beim Blauburgunder im Mittel 93,7 Grad Oechsle und beim Riesling-Silvaner 76,4 Grad Oechsle gemessen, was sich punkto Alkoholgehalt zu guten Weinen ausbauen lässt. Das kann, wie Thomas Engel, Kellermeister der Siebe Dupf Kellerei ausführte, mit dem Erntezeitpunkt gesteuert werden. Hingegen sei er machtlos, wenn das Traubengut einfach zu stark erwärmt und mit «fremden» Hefen befallen sei, und so die biologischen Prozesse zu früh einsetzen. Dass zudem im Gegensatz zu früheren Jahren wegen den zu warmen Tagen alle Traubensorten gleichzeitig reif sind, sei für die Verarbeitung im Keller eine zusätzliche Herausforderung, so Engel.

Den regionalen Winzern winkt nun die Chance, mit ihren Spitzenerzeugnissen am 19. Juni im Schloss Ebenrain an der Kür zum Staatswein dabei zu sein. Wie bereits in den vergangenen sieben Jahren hat eine Fachjury bereits im Vorfeld aus 69 eingereichten Sorten jeweils drei Finalisten für die vier Kategorien Weissweine, Schaumweine, Roséweine und Rotweine selektioniert. Für den neuen Ebenrainchef Christoph Böbner als Gastgeber und Regierungsrat Thomi Jourdan, der die Prominenten-Jury anführt, ist dieser önologische «Staatsakt» eine Premiere. Wohl bekomm’s!

Weitere Artikel zu «Oberbaselbiet», die sie interessieren könnten

Oberbaselbiet17.07.2024

Ein gutes und fundiertes Werk

Kantonale Wasserstrategie Herausforderungen der Zukunft partnerschaftlich angegangen  
Oberbaselbiet03.07.2024

Was die Vergangenheit uns preisgibt

Archäologie Jahresbericht 2023 der Archäologie Baselland
Oberbaselbiet03.07.2024

Im Zeichen des Craftbiers

Lokale Brauereien 15. Jubiläumsedition des Regio-Brauereitags