Keine schnelle Lösung des Verkehrsproblems

Auto Basel Fachleute diskutierten Möglichkeiten

Fachleute diskutierten über den Regionalverkehr. Fotos:  B. Eglin

Fachleute diskutierten über den Regionalverkehr. Fotos: B. Eglin

Regionale Autoshow.

Regionale Autoshow.

Auto Basel Fachleute diskutierten Möglichkeiten

Vor der Eröffnung der Auto Basel in der St. Jakobshalle – einem auch für die Oberbaselbieter Garagen wichtigen Anlass – diskutierten letzte Woche die Basler Regierungsrätin Esther Keller, Frédéric Monard (CEO BLT), Philipp Wetzel (AMAG) und Tobias Treyer (Autogewerbeverband beider Basel) über die regionale Verkehrsproblematik. Zur Frage «Wie sich der ÖV und Autos besser ergänzen können» gibt es keine rasche Lösung. Die täglichen Staus bleiben bestehen.

Die Frage, ob Autos im rotgrünen Basel noch willkommen seien, beantwortet Esther Keller mit «ja absolut». «Es ist aber ein Riesenplatzproblem, wenn alle mit dem Auto unterwegs sein wollen. Etwa ein Drittel des Verkehrs ist Suchverkehr», sagte sie. Zudem seien viele Autos schlecht ausgelastet. Sie plädierte für eine Verschiebung von Allmendparkplätzen in unterirdische Bereiche.

Vorbild Tokyo und bessere Infrastruktur

Tobias Treyer zeigte am staulosen Tokyo, das vier Mal so viele Autos wie Basel hat und 17 Mal so gross ist, dass es Lösungsmöglichkeiten gibt. Automobilisten lassen ihr Fahrzeug oft stehen, weil es genügend Alternativen mit Bus und Metro gibt. Diese sind schneller und billiger.

Auch Frédéric Monard verlangt eine Verbesserung des ÖV. Es fehlen ihm aber auch die grossen Infrastrukturprojekte, die nicht vorankommen. «Besser kleinere Schritte, aber konsequent vorwärts gehen», sagte er.

«Die heutige Technologie ermöglicht Verbesserungen an der Infrastruktur», erklärte Philipp Wetzel. Unsere Infrastruktur ist auf der Basis einer Sechs-Millionen-Schweiz. Sie sollte optimal bewirtschaftet und genutzt werden.

Vom klassischen «Park+Ride» sind die Fachleute nicht begeistert. Es ist umständlich und die Plätze sind oft zu weit von den ÖV-Stationen entfernt. Die Nutzer wollen Bequemlichkeit und Nähe. Sie sollen durch Umsteigedrehscheiben für Autos und Velos ersetzt werden, die neben den ÖV-Haltestellen liegen. Auf die Stichworte «benachteiligte Autofahrer» meinte Keller, dass die Regierung einen entsprechenden Auftrag vom Volk hat und den ÖV priorisieren muss. «Die Leute wollen im Grünen auf dem Land wohnen, aber mit dem Auto bis vors Geschäft fahren», sagte Keller. Durch den Bau von privaten Parkplätzen steigt sogar deren Zahl.

Kein Strassenzoll und neue Arbeitsmodelle

Strassengebühren sind schwierig umsetzbar. Projekte liegen in Bern in der Schublade, sind aber noch nicht mehrheitsfähig.

Der Regionalverkehr macht 75 Prozent aus. Deshalb unterstützt Treyer den Rheintunnel. Der Bund ist am Überprüfen der Projekte. «Wir sind in knallhartem Konkurrenzkampf um Bundesgelder mit anderen Regionen. Wenn wir uns nicht geeint für unsere Region einsetzen, haben wir kein Chance», erklärte Keller. Sie wünscht mehr Mut zu neuen Lösungen. Zusammen mit Firmen sollen neue Arbeitsmodelle entwickelt werden, um die Verkehrsinfrastruktur besser nutzen zu können. Gemäss Keller hat es nicht zu wenig Infrastruktur, sie wird aber ungleichmässig genutzt.

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