Smart Meter spart Strom

EBL-«Power Talk» Kosten- und Verbrauchskontrolle mit neuen Stromzählern 

«Power Talk» der EBL mit Expertenrunde. Foto: B. Eglin

Die Elektra Baselland (EBL) rüstet die Kunden in ihrem Einzugsgebiet bis 2027 mit neuen Stromzählern aus und investiert dafür 25 Millionen. Diese Smart Meter liefern viel mehr Informationen als die bisherigen Geräte. Sie können von den Stromkonsumenten und dem Stromlieferanten zur Optimierung und zum Stromsparen genutzt werden. Mit neuen Apps kommen auch neue Anwendungen auf uns zu. Die Datenfreigabe ist freiwillig. Ein Drittel der 60000 elektromechanischen Stromzähler wurden bereits durch Fachfirmen ausgetauscht. Die übrigen folgen bis 2027.

Transparenz und Einbezug der Nutzer

Am letzten «Power Talk» der EBL erklärten die Fachleute Dr. Matthias Galus ((Bundesamt für Energie), Prof. Dr. Norbert Seyff (Dozent an der FHNW) und Norbert Bäcker (GL-Mitglied der EBL) einem interessierten Publikum den Nutzen dieser neuen Geräte.

Wichtig ist die Transparenz gegenüber den Kunden. Diese müssen verstehen, wer die Daten bekommt und wie sie genutzt werden. Sie erhalten Empfehlungen, wie Energie gespart werden kann. Fünf bis zehn Prozent liegen ohne Einschränkungen im Bereich des Möglichen. Fachleute werden Apps entwickeln, die dem Anwender eine Übersicht und die Kontrolle der am Strom angeschlossenen Geräte ermöglichen sollen. «Es muss so einfach sein, dass die Leute mitmachen. Der Smart Meter darf nicht im Keller montiert sein. Das funktioniert nicht», sagten die Experten. Der Stromlieferant sieht, ob Strom verbraucht wird. Details über einzelne Geräte erhält er aber nicht, denn die Daten sind für ihn anonymisiert. Nur die für Rechnung notwendige Angaben sind für ihn sichtbar.

Neue Tarife und Empfehlungen

Bei dieser neuen digitalen Infrastruktur hat die Sicherheit einen hohen Stellenwert. Schutzprofile werden geprüft, bevor sie eingeführt werden. Vom Smart Meter bis zum Provider wird der Schutz garantiert. Was aber in den Unternehmen geschieht, ist nicht mehr kontrollierbar. Aber auch dafür gibt es Normen. Die smarten Zähler ermöglichen neue (dynamische) Tarife, um den Verbrauch zu regulieren. Bei hoher Einspeisung durch Photovoltaikanlagen und geringem Verbrauch könnten sogar Anlagen abgeschaltet werden.

Vorstellbar sind Apps, die Empfehlungen abgeben wie beispielsweise «ineffizienten Kühlschrank ersetzen» oder Vergleiche mit ähnlichen Haushalten. Mit künstlicher Intelligenz kann der Verbrauch analysiert werden und der Kunde erhält Hinweise, wo er sparen kann. Mit Echtzeitwerten sind bessere Steuerungen, mehr Ersparnis und Optimierungen möglich. «Wir sind bei der Optimierung erst am Anfang», sagten die Experten. Die Fachleute gehen nicht davon aus, dass die grosse Mehrheit der Kunden sofort auf neue Apps umstellt. Es braucht sicher eine Übergangsphase, bis alle vom Nutzen überzeugt sind und auch die Bedienung gelernt haben. «Wichtig ist, dass das Thema in den Köpfen ist.»

Wenn sich aber herumspricht, dass Software warnt, wenn ein Backofen zu lange eingeschaltet ist und dadurch Schaden verhindert wird, werden sich auch die letzten Skeptiker mit der Thematik befassen.

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