Weinjahrgang weckt hohe Erwartungen

Traubenlese Die Weichen für einen guten Tropfen sind gestellt  

Rebberg am Tüllinger Hügel in Riehen. Foto: U. Fluri
Rebberg am Tüllinger Hügel in Riehen. Foto: U. Fluri

Mit der vorgestrigen Medienorientierung des Weinproduzentenverbandes Basel/Solothurn unter dem Präsidium von Andreas Buser und dem Rebbaukommissär Urs Weingartner vom Zentrum Ebenrain wurde der Weinherbst 2023 im Wyyguet Reinklin in Riehen formell eröffnet.

«Ein Jahr mit Tücken, aber mit guten Aussichten.» Dieses Faktum stellte Urs Weingartner an den Beginn seiner Betrachtungen zum Weinjahr 2023. Noch allgemeiner Andreas Busers Analyse: «Mal heiss, mal kalt!» Tatsächlich haben wir ein Rebjahr hinter uns, das immer wieder mit grösseren Wetterschwankungen aufgewartet hat. Das hat die Flexibilität sowohl der Pflanze als auch der Winzerinnen und Winzer der Region immer wieder auf die Probe gestellt. Aktuell sind erst zwei Prozent der zu erwartenden Traubenernte im Keller, der grösste Teil der Weintrauben hängt also noch an den Rebstöcken. Wie lange noch ist nun sehr abhängig von der Witterung der kommenden Tage, aber auch von den Verarbeitungskapazitäten in den Kellereien. Das bisher warme Wetter führt dazu, dass viele Sorten den Erntezeitpunkt gleichzeitig erreichen.

Was dann an edlen Tropfen ins Glas kommt, weiss zur Zeit natürlich noch niemand. Immerhin: Ein stellvertretender Blick auf die prächtig behangenen Rebstöcke am Tüllinger Hügel lässt Freude aufkommen. «Es gibt nicht nur im Oberbaselbiet satte Trauben und guten Wein», scherzte Urs Rinklin, der mit seinen 3,5 Hektaren auch Rebstöcke auf Deutschem Gebiet bepflanzt.

Die vermehrt auftretenden klimatischen Turbulenzen bereiten den Winzern zunehmend Sorgen. Das ist für den gesamten Weinbau eine neue Herausforderung. Positiv aber in diesem Jahr das optimale Verhältnis im Mix aus Sonne und Regen. Und das trotz des Wasserdefizits am Ende des Winters. Der optimale Wechsel zwischen den Niederschlags- und Hitzeperioden während des diesjährigen Vegetationsverlaufes bildet die perfekte Grundlage für eine gute Weinqualität. Ausschlaggebend sind noch die kommenden Wochen in denen man weiterhin auf sonniges Wetter hofft. Dann dürfte einem grossartigen Weinjahrgang 2023 nichts mehr im Wege stehen. Zwar scheint der Ertrag im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer – kaum Frost und weniger Hagelschäden – es bleibt aber noch vieles offen. Obschon erst wenig geerntet, würde sich hochgerechnet mit den vorhandenen Daten eine Ausbeute von rund 700 Tonnen ergeben, was ziemlich genau dem Zehn-Jahres-Durchschnitt entsprechen würde.

Fazit: Die Aussichten auf den Weinjahrgang 2023 sind gut

Hohe Qualitätsansprüche an die Trauben seien heuer auch mit schönen Aromen und guter Tanninstruktur optimal erfüllt, so der Muttenzer Winzer Urs Jauslin. Derweil Thomas Engel, Siebe- Dupf-Kellermeister, wegen dem witterungsbedingt beträchtlich vorgezogen Erntezeitpunkt in den etwas tiefer zu erwartenden Öchslegraden keinen Nachteil sieht. Fazit: Die Aussichten auf den Weinjahrgang 2023 sind gut und lassen die schwierigen Wetterschwankungen vergessen.

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