Wenig Ertrag, gute Qualität

Basel Das Weinjahr 2021 in der Region war von Wetterextremen geprägt 

Stellvertretend für die zur Staatsweinkürung selektionierten Oberbaselbieter Weine: der Sissacher Riesling-Sylvaner und der Blauburgunder von Weinbau Imhof. Foto: U. Fluri
Stellvertretend für die zur Staatsweinkürung selektionierten Oberbaselbieter Weine: der Sissacher Riesling-Sylvaner und der Blauburgunder von Weinbau Imhof. Foto: U. Fluri

Das Jahr 2021 macht deutlich: Die Winzer stehen vor einer Wende, die sich bereits seit Längerem ankündigt. Die klimatischen Veränderungen bilden die grösste Herausforderung. Sicher ist der Weinjahrgang 2021 mit seinen Wetterkapriolen nicht der herausragendste Jahrgang. Das bedeutet allerdings nicht, dass es mit der letztjährigen Ernte trotz begrenztem Ertrag keine guten Weine gibt. Die 479 Tonnen Trauben die in der Region Basel-Solothurn geerntet wurden, entsprechen im Vergleich mit dem Zehnjahresmittel 47 Prozent bei den roten Weinsorten und 36 Prozent bei den weissen, was die produzierte Menge an Wein nun eben stark begrenzt und einige Kellereien zu Ankäufen von auswärtigem Traubengut anregt. Das ist das Fazit des Verbands der Weinproduzenten der Region Basel-Solothurn anlässlich ihrer Medienorientierung vom vorletzten Dienstag in der Basler «Safran Zunft».

«Die regionalen Weinproduzenten blicken auf eines der schwierigsten Weinjahre der jüngeren Geschichte zurück. In weiten Teilen des Baselbiets hatten die Winzer mit teils widrigsten klimatischen Bedingungen zu kämpfen, umso erfreulicher, wie qualitativ hochwertig die Trauben mit sehr zufriedenstellenden Oechslegraden geerntet werden konnten.» Das sagte Andreas Buser doch recht zufrieden in seiner ersten Konklusion als Verbandspräsident.

Ein Jahr der Extreme

Urs Weingartner, Rebbaukommissär der Kantone BL, BS und SO attestiert den Winzern, dass sie einen hohen Aufwand auf sich nehmen mussten, um im Herbst überhaupt Trauben ernten zu können. In seiner Analyse zu diesem Jahr der Extreme nennt er kompromittierende Faktoren wie den kältesten Frühling seitüber 30 Jahren mit den vielen Frostnächten und dem daraus resultierenden verspäteten Vegetationsstart. Zu schaffen machte den Reben ebenfalls der seit Messbeginn 1864 nasseste Juni und Juli. «Für Schadpilze wie Mehltau ein Schlaraffenland», so Weingartner. Der Herbst zeigte sich dann zum Glück für den Rebbau von seiner sonnigen Seite und hat somit das Ausreifen der Trauben nach dem nassen Sommer noch gerettet. Den Kampf gegen die Kirschessigfliege betrachtet der Rebbaukommissär als langsam durchschaubar.

Derweil hat Lukas Kilcher, Leiter Ebenrain, in seiner Betrachtung auf das Jahr 2021 den Fokus auf den Bekanntheitsgrad der regionalen Erzeugnisse gelegt. Da sieht er mit der Ernennung von Basel als „Hauptstadt der Genüsse“ und in der alljährlichen Schweizer Genusswoche im September einiges an Potenzial. Für die lokalen Winzer ist sodann die Endausmarchung der Staatsweinkürung vom 14. Juni der «Saisonhöhepunkt». Bereits im Vorfeld hat eine Fachjury jeweils drei Finalisten für die vier Kategorien selektioniert. Nach diesem schwierigen Jahr also ein versöhnliches Ende in einem Wettbewerb um Weine die es zu geniessen lohnt.

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