Wenn die Chemie stimmt, wirds kreativ

Liestal Die diesjährige Lichternacht erzählte auf liebevolle Art eine Geschichte über Liestal

Charlie besucht den Aussichtsturm.

Charlie besucht den Aussichtsturm.

Wie echt: projizierte Chienbäse-Flammen.

Wie echt: projizierte Chienbäse-Flammen.

Ständig tauchen neue Details auf.

Ständig tauchen neue Details auf.

OK-Chef Philipp Bühler stimmt sein Team auf die drei Abende ein.

OK-Chef Philipp Bühler stimmt sein Team auf die drei Abende ein.

Vorpremiere mit der Mundartrockband Spruchrif.

Vorpremiere mit der Mundartrockband Spruchrif.

Cool und funky: Blue Carpet

Cool und funky: Blue Carpet

Der unverkennbare Stil von Sévi Salathe.

Der unverkennbare Stil von Sévi Salathe.

Bilderbuchfigur «Charlie» führte durch die Lichternacht.Fotos: M. Schaffner

Bilderbuchfigur «Charlie» führte durch die Lichternacht.Fotos: M. Schaffner

Nicht eine externe kunstschaffende Person, sondern ein regionales Dream-Team hat die diesjährige Lichternacht gestaltet. Augenfällig waren die bunten, kinderbuchartigen Szenen, die an die Wand des «Törlis» projiziert wurden: Sie stammen von der Liestaler Künstlerin und Illustratorin Sévi Salathe. Die passende Musik dazu hatte Urs Rudin komponiert, der bekannte «Sandmaler» aus Rümlingen, und für die Story war der kreative Leiter Dani Muri verantwortlich, ehemaliger Stadtrat von Liestal. Technisch umgesetzt wurde das Projekt allerdings von einem dem Zürcher Unternehmen «Projektil», mit dem Muri bereits beim Stadtfest von 2019 zusammengearbeitet hatte.

Der Titel des damaligen Songs «Mir läbe ame guete Ort» aus der Feder von Dani Muri – inzwischen längst zu einem geflügelten Wort geworden – prangte denn auch über der Turmuhr, zusammen mit den Logos der Sponsoren. In den Minuten, bevor die Lichtshow richtig losging, schaute das diesjährige Maskottchen der Lichternacht, die gezeichnete Figur «Charlie», neugierig auf das Publikum in der Rathausstrasse. Sie führte anschliessend durch eine zwölfminütige Geschichte, die im Grunde ein kleiner Film über Liestal war.

Leuchtende Kinderbuchszenen

Zur Musik von Urs Rudin, mal beschaulich-beschwingt, mal vorwärtstreibend, zeigte sie, wie der alte Bahnhof demoliert wurde, kletterte auf den Aussichtsturm, blickte über die Kasernenmauer zu den Rekruten, die im Gleichschritt marschieren, brätelte eine Cervelat in den Chienbäse-Flammen, die am Törli hoch züngelten. Verblüffende optische Effekte, wie man es sich aus vergangenen Lichternächten gewohnt war, blieben zwar grösstenteils aus, dafür durfte sich das Publikum an leuchtenden, bewegten Kinderbuchszenen satt sehen. Ein Gesamtkunstwerk mit ungeheurem Detailreichtum: Ständig gingen Fensterläden auf, hinter denen neue Gesichter hervorschauten, ständig ragten neue Objekte und Figuren an gezeichneten «Stecken» ins Bild hinein.

Die Fensterläden, die sich öffneten und schlossen, entsprachen den echten Fensterläden an den Seitenhäusern. Dani Muri – als Maler vertraut mit allem, was mit Fassaden zu tun hat – hatte sie mit einem speziellen, reflektierenden Stoff überziehen lassen, damit die Spezialeffekte der Show möglichst naturgetreu wirken. Neben den kreativem wurde ihm auch einiges an organisatorischem Talent abverlangt: «Dass alle um sieben Uhr die Läden zu machen, ihr glaubt es nicht, das war das Anstrengendste!», sagte er an der «Vorpremiere» am Donnerstagabend.

Martina Schwarz von Projektil erzählte den OK-Mitgliedern und Ehrengästen von den langen Prozess, der hinter der diesjährigen Lichternacht stand. Nachdem das Storyboard geschrieben, die Lichtinszenierung am Computer getestet und alles im Team ausdiskutiert gewesen sei, hätte die Show vor Ort noch an die Ecken und Kanten der Gebäude angepasst werden müssen. «Solche Auftragsarbeiten sind etwas sehr Spezielles, weil etwas Einzigartiges geschaffen wird», meinte die Projektmanagerin, die mit ihrem Team rund 400 Stunden investiert hat.

Stadtpräsident und OK-Mitglied Daniel Spinnler würdigte das Team rund um Dani Muri: «Wenn man kreativ Erfolg haben will, muss man sich mit guten Leuten umgeben.» Er betonte das gegenseitige Vertrauen, aber auch die Vorgaben, die von Anfang an klar gewesen seien: Es müsse lokal sein, einfach, mit echter Musik, mit echten Bilden, mit Geschichten aus Liestal und aus dem Baselbiet. «Wir hatten es extrem gut und kamen schnell auf einen gemeinsamen Nenner», fügte Sévi Salathe hinzu. Sie selber habe sich unglaublich gefreut, dass sie angefragt worden sei: «Mit gefiel die Idee, Liestal liebevoll darzustellen.»

Regionale Bands und Disco

Zur Lichternacht gehört neben der eigentlichen Show, die am Freitag und Samstag in regelmässigen Abständen projiziert wurde, auch das Musikprogramm. Es war ebenfalls lokal geprägt und stilistisch ausgewogen: An der Vorpremiere am Donnerstag trat die Mundartrockband Spruchrif aus Sissach auf, am Freitag spielten unter dem Törli zuerst Blue Carpet, dann die Pink-Floyd-Tribute-Band Vera Worms, den Samstag teilten sich die Steppin Stompers mit Phoam, bevor DJ Flink für die Openair-Disco «Liestal tanzt» auflegte. Und wer Durst hatte, durfte sich an der Bar von den OK-Mitgliedern bewirten lassen.

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