Charles Brauer mit Carson McCullers
Böckten Spannende Neujahrslesung

Der in Böckten wohnhafte Schauspieler Charles Brauer hat eine grosse Fangemeinde, die ihm seit seiner ersten Neujahrslesung seit 1995 treu ist. So war auch dieses Jahr das Gemeindezentrum voll besetzt. Die von seiner Frau Lilot Hegi ausgesuchte Literatur führte in die Südstaaten der USA mit zwei Geschichten der von 1917 bis 1967 lebenden und von dort stammenden Autorin Carson McCullers. Nachdenklich bemerkte Brauer, dass seine erste Frau, die Schauspielernin Lisi Mangold, die genau vor 40 gestorben ist, sicher gerne die Texte dieser Schriftstellerin vorgelesen hätte.
In der ersten Geschichte «Der Marsch» wird ein Solidaritäts-Protestmarsch einiger mutiger vorwiegend weisser Menschen beschrieben, nach einem Zeitbombenanschlag in einer Kirche für Farbige. Da geht es um Gemeinschaft, Erlebnisse von Liebe und Hass. Die zweite, ebenfalls spannende und berührende Erzählung «Der verfolgte Junge» beschreibt die beklemmende Angst eines Jungen, der im unverhofft leeren Elternhaus ein neues schreckliches Unheil vermutet, nachdem er seine Mutter schon einmal in ihrem Blut liegen fand nach einem Selbstmordversuch.
Brauer brachte es in seiner brillanten Vorleseart wieder fertig, dass ihm das faszinierte Publikum fast atemlos an den Lippen hing und für zwei Stunden die aktuellen Schrecken der Welt vergass.


