Eine musikalische Reise durch die Nachbarländer

Gelterkinden Grossartiger Konzertchor Oberbaselbiet in der katholischen Kirche

So bunt wie das Programm: Der Konzertchor Oberbaselbiet. Foto: T. Brunnschweiler

Unter der bewährten Leitung von Marco Beltrani präsentierte der Konzertchor Oberbaselbiet am Wochenende in Kilchberg und Gelterkinden sein Programm «Na? Servus, Ciao, Bonjour». Es war eine Reise durch unsere Nachbarländer. Begleitet wurde der Chor vom Akkordeonisten Jürg Luchsinger, der auch als Solist brillierte.

Die katholische Kirche in Gelterkinden war gut besetzt, als das Stück «Wochenend und Sonnenschein» der Comedian Harmonists erklang. Damit begann der Chor in Deutschland. Einen Kontrast bildete das niederdeutsche Liebeslied «Da du min Leevwten büst», ein zärtliches Werk, das die knisternde Spannung einer nächtlichen Begegnung wiedergibt. Im Lied «Erlaube mir, feins Mädchen» von Johannes Brahms kommt nur der werbende Mann zum Sprechen. Marco Beltrani erklärte, man habe auch die Antwort des Mädchens singen wollen, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) wurde daraufhin eine zweite Strophe geschrieben. Jürg Luchsinger spielte eine der Bagatellen op. 33 von Ludwig von Beethoven, ein Stück voller Witz und spielerischer Leichtigkeit.

Luchsinger interpretierte «Flambée montalbanaise», einen Musettewalzer voller Temperament und virtuoser Läufe. Im Anschluss folgte ebenfalls instrumental «Je me suit fait tout petit» von Georges Brassens, ein ironisches Liebeschanson mit einem wiegenden Grundrhythmus. Das spritzige und humorvolle Renaissancelied «Je ne l’ose dire» von Pierre Certon entstand vor 1538 und war damit das älteste vorgetragene Werk. Den Abschluss des französischen Teils machte «Hymne à la nuit» von Jean-Philippe Rameau, ein feierlicher Nachtgesang voller Trost.

Als Schlussdestination kam Italien

Mit dem Lied «Gern haben tuat guat» von Heidi Preissegger war man in Österreich angelangt. Es ist ein Kärntner Mundartlied voller Innigkeit und Liebe. Der Chor traf sowohl den Dialekt als auch die Stimmung vorzüglich.

Jürg Luchsinger spielte nun das Andante F-Dur KV 616 von Wolfgang Amadeus Mozart, das ursprünglich für eine mechanische Orgel geschrieben wurde. Das anmutige Stück verlangte Luchsinger wegen der filigranen Verzierungen einige Virtuosität ab.

Weiter ging es mit den beiden alpenländischen Traditionsliedern «Hintn bei da Stadltür» und «Der Haselbacher», die gleich hintereinander vorgetragen wurden und mit einem Juchzer endeten. Der italienische Block startete mit dem sardischen sehnsuchtsvollen Liebeslied «Non potho reposare». Im Anschluss spielte Luchsinger die «Toccata prima» von Girolamo Frescobaldi. Das freie, fantasievolle und kontrastreiche Werk ist bekannt für seine improvisatorische Struktur; es beeinflusste auch spätere Komponisten.

Ebenfalls instrumental erklang die berühmte Titelmusik von «Der Pate»: «Parla più piano» von Nino Rota. Den Abschluss bildete «Che sarà» von Jimmy Fontana.

Der Chor sang präsent, homogen, klangvoll, rhythmisch präzise, flexibel und ausdrucksstark. Zwischen mitreissender Energie und dem Gespür für leise Zwischentöne gab es auch Momente fliessender Ruhe. Grosser Applaus.

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