Eine schrecklich amüsante Luxuskreuzfahrt

Böckten Lesung mit Charles Brauer  

Gebannt hing das Publikum im besetzten Gemeindezentrum an den Lippen des genial vortragenden Charles Brauer. Fotos: u. handschin

Gebannt hing das Publikum im besetzten Gemeindezentrum an den Lippen des genial vortragenden Charles Brauer. Fotos: u. handschin

Charles Brauer brillierte einmal mehr mit seiner professionellen Vortragskunst.

Charles Brauer brillierte einmal mehr mit seiner professionellen Vortragskunst.

Wie beliebt die Neujahrslesungen sind, ist daran ersichtlich, dass die Plätze im Gemeindezentrum Weiermatt in Böckten jeweils schon lange vor Beginn besetzt sind. Auf dem Lesepult stand ein dickes Buch mit Titel «Der Spass an der Sache» mit allen Essays von David Foster Wallace, aus dem der Schauspieler Charles Brauer eines davon in gewohnt brillanter Art vorlas. Seine 26. Lesung, wie er nebenbei bemerkte. Die Auswahl der diesjährigen ausserordentlich urkomischen Geschichte, die er wie immer mit seiner Frau Lilot Hegi traf, begründete er damit, dass in dieser Zeit mit trostlosem Ausblick auf die Welt, etwas mit Humor dringend nötig sei. Der Titel der Geschichte «Schrecklich amüsant –doch in Zukunft ohne mich», hielt mit seinem ersten Teil sein Versprechen. Allerdings litt der 1962 in USA geborene Autor an Depressionen und nahm sich in einer dieser Phasen 2008 das Leben. Darum staunte das Publikum über seinen grossartig ironisch-witzigen Stil, mit dem er seine einmalige siebentägige Luxuskreuzfahrt ab Miami in der Karibik beschreibt. Seine minutiöse Beobachtungsgabe für jedes Detail dieser Verwöhnreise, vorwiegend für Senioren und Hochzeitsreisende liess die Zuhörenden in Gedanken mitreisen und trainierte die Lachmuskeln, was ja gesund sein soll und besonders willkommen in der Grippezeit! Man konnte kaum warten, bis es nach der Pause mit den akribischen Beschreibungen des Luxusliners, den Tagesabläufen, der Besatzung und seinen Mitpassagieren weiterging. Dass der Autor, der auch mehrere Romane, Kurzgeschichten, Essays, Features, darunter eines über Reger Federer, geschrieben hat, diesen Kreuzfahrtbetrieb durchaus kritisch betrachtete, kam deutlich zum Ausdruck. Die unterhaltsame Lesung weckte das Verlangen, mehr von ihm zu lesen. Dorothea Bauhofer dankte Charles Brauer für den genussvollen Abend und überreichte ihm sein Honorar in der gewohnten flüssigen Form.

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