Für eine zukunftsfähige Sozialarbeit

Buckten Gründung Regionaler Sozialdienst Oberes Homburgertal

Der regionale Sozialdienst soll in Buckten geführt werden.Foto: S. van Riemsdijk
Der regionale Sozialdienst soll in Buckten geführt werden.Foto: S. van Riemsdijk

Die fachgerechte Beratung und Betreuung der hilfesuchenden und hilfsbedürftigen Personen ist grundsätzlich Aufgabe der Gemeinde und kann durch die Einrichtung von Sozialdiensten oder durch den Beizug von qualifizierten Stellen und Personen sichergestellt werden.

Die Sozialhilfebehörden der Gemeinden Buckten, Häfelfingen, Rümlingen und Känerkinden stehen dabei zunehmend vor steigenden fachlichen, administrativen und gesetzlichen Anforderungen. Insbesondere die zunehmende Komplexität der Sozialhilfe- und Asylfälle, die steigenden Anforderungen des Kantonalen Sozialamts, die Digitalisierung der Arbeitsprozesse sowie «die dauerhafte Sicherstellung der notwendigen Fachkompetenz, Stellvertretungen und Kontinuität stellen für kleinere Gemeinden eine Herausforderung dar», wie Thomas Lauber, Gemeinderat und Präsident der Sozialhilfebehörde Buckten, erläutert.

Professionelle Sozialarbeit sicherstellen

Seit dem vergangenen Jahr liefen deshalb Bestrebungen, die Sozialhilfe im oberen Homburgertal zur Entlastung der urbanen Sozialdienste regional zu organisieren. Ziel der Zusammenführung der vier Sozialhilfebehörden unter dem Namen «Regionaler Sozialdienst Oberes Homburgertal» ist es, eine professionelle, effiziente und zukunftsfähige Sozialarbeit sicherzustellen sowie die gesetzlichen Vorgaben nachhaltig zu erfüllen. «Durch die Zusammenarbeit können Fachwissen, personelle Ressourcen und administrative Abläufe gebündelt werden. Dies verbessert die Qualität der Dienstleistungen, erhöht die Ausfallsicherheit und ermöglicht eine professionelle Bearbeitung der Sozialhilfefälle», so Thomas Lauber. Als letzte der vier Gemeinden hat nun Häfelfingen an ihrer Einwohnergemeindeversammlung vom 17. Juni 2026 den Beitritt zum Verbund zugestimmt.

Nähe zur Bevölkerung gewährleisten

Der regionale Sozialdienst Oberes Homburgertal soll zentral in Buckten geführt werden. Wichtig ist bei der Reorganisation, dass die Nähe zur Bevölkerung in den vier Gemeinden weiterhin gewährleistet ist. «Diese ist garantiert», versichert Thomas Lauber. «Die Sozialhilfe bleibt eine kommunale Aufgabe, die Gemeinden behalten ihre politische Verantwortung und haben weiterhin ihre eigenen Sozialhilfebehörden. Die Beratungs- und Betreuungsleistungen werden wohnortsnah in Buckten erbracht, bei fehlender Mobilität auch am Wohnort der Betreuten.»

Geeignete Räumlichkeiten

Warum in Buckten? Diese Gemeinde betreut innerhalb der beteiligten Gemeinden die höchste Anzahl an Sozialhilfedossiers und verfügt bereits über eine angestellte Fachperson im Bereich Sozialarbeit. «Aufgrund der steigenden Fallzahlen hätten die personellen Ressourcen ohnehin ausgebaut werden müssen», so Thomas Lauber. «Zudem verfügt Buckten bereits über geeignete Räumlichkeiten, weshalb die Erweiterung eines bestehenden Standorts die effizienteste Lösung darstellt.»

Kosten werden aufgeteilt

Die Kosten für den Betrieb des künftigen Regionalen Sozialdienstes werden nach einem vereinbarten Verteilschlüssel auf die beteiligten Gemeinden aufgeteilt. Der Personalbedarf umfasst derzeit rund 80 Prozent Sozialarbeit, 40 Prozent Administration sowie 40 Prozent Rechnungswesen. «Grundsätzlich ist der Verbund offen für weitere Gemeinden, sofern dies für alle Beteiligten sinnvoll und organisatorisch machbar ist», sagt Thomas Lauber. «Aktuell liegt der Fokus jedoch auf dem erfolgreichen Aufbau und Betrieb des Regionalen Sozialdienstes für die vier Gemeinden.» Auch Läufelfingen war Teil der Projektgruppe. Der Gemeinderat hat sich jedoch vorläufig gegen einen Beitritt ausgesprochen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Betriebsaufnahme des Regionalen Sozialdienstes. Dazu gehört insbesondere die Anstellung des Fachpersonals, die Einrichtung der Infrastruktur, die Einführung der Fachsoftware sowie die Erarbeitung der organisatorischen Abläufe.

Regionaler Sozialdienst nimmt Betrieb am 1. Januar 2027 auf

Im Kanton Basel-Landschaft gibt es bereits verschiedene Modelle der interkommunalen Zusammenarbeit im Sozialbereich. Dabei übernehmen häufig grössere Gemeinden die Sozialdienste für kleinere Nachbargemeinden. Im Laufental gibt es bereits einen gemeinsamen Sozialdienst. Er besteht sogar aus neun Gemeinden. «Der Regionale Sozialdienst Oberes Homburgertal reiht sich in diese bewährte Entwicklung ein und schafft eine gemeinsame, professionelle Lösung für die beteiligten Gemeinden» führt Thomas Lauber aus. Der Regionale Sozialdienst Oberes Homburgertal soll seinen operativen Betrieb per 1. Januar 2027 aufnehmen.

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