Genussvolle, vergnügte und informative Frauenwoche

Vereinswoche Der Gelterkinder Frauenverein miteinander unterwegs  

In Geschicklichkeit und Glück übten sich zwei Frauenteams beim Boule-Spiel hinter dem Jundthuus. Fotos: U. Handschin

In Geschicklichkeit und Glück übten sich zwei Frauenteams beim Boule-Spiel hinter dem Jundthuus. Fotos: U. Handschin

Über das genau dokumentierte Schicksal von Lina Mutschler erzählte Urs Kühnis, 
         
         
            der mit Esther und Ambros Saladin durch die Ortssammlung-Ausstellung führte.

Über das genau dokumentierte Schicksal von Lina Mutschler erzählte Urs Kühnis, der mit Esther und Ambros Saladin durch die Ortssammlung-Ausstellung führte.

Von Salvatore Sabatino lernte man vieles über italienische Weine und Winzer.

Von Salvatore Sabatino lernte man vieles über italienische Weine und Winzer.

«So cool»! Die Vorstandsfrauen des Gelterkinder Frauenvereins hatten sich auch dieses Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht, organisiert und durchgeführt unter dem Motto «miteinander unser Dorf geniessen»! So trafen sich zum ersten kulturellen Teil Frauen aller Generationen am Montagnachmittag im Marabufoyer für die Lesung von Rita Moll aus Böckten ein. Ihr Buch «Kleine Fische und Mistkäfer» beinhaltet auf amüsante Weise Geschichten, die das Leben schreibt, nämlich über durch trübe Tricks geschädigte Menschen und warnt damit gleichzeitig davor, auf raffinierte Betrügereien hereinzufallen.

Am Abend empfing Salvatore Sabatino zum italienischen Abend in seinem Geschäft an der Poststrasse. Es kam südländische Ferienstimmung auf, als er die neugierigen Frauen über Weiss- und Rotweine aus den verschiedenen Weingebieten Italiens informierte und von seinen persönlichen Kontakten zu diesen Winzern schwärmte. Zu speziellen Broten und Käsen, die alle im Da Sabatino erhältlich sind, degustierte man auch blind und wurde zur Beurteilung aufgefordert. Fröhlich lachend genossen 18 Frauen diesen Abend. Am Mittwoch erbarmte sich Petrus und schenkte nach einem verregneten Tag trockene Abendstunden für das Boule-Spiel beim Jundthuus unter der Leitung von Ruedi Schaub und Gisela Meyer. Ärger über verschossene Kugeln und Begeisterung über Treffer wechselten sich ab. Doch auch an diesem Abend wurde viel gelacht und es wurden neue Bekanntschaften geknüpft.

Für den Rundgang im Dorf zu Frauenschauplätzen «Frauen schaffen – Frauenschaffen» hatten sich so viele Interessentinnen angemeldet, dass er in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Im Werkhof Fääli befindet sich der grösste Teil der Ortssammlung Gelterkinden, die nicht öffentlich zugänglich ist. Urs Kühnis, Esther und Ambros Saladin führten als Kenner durch die zwei Geschosse in die Vergangenheit Gelterkindens. Zeitzeugen von Reisen, Landwirtschaft, Gewerbe, Haushalt u .a. gab es zu bestaunen. In einer Vitrine wird eine Frau besonders gut dokumentiert: Lina Mutschler, die in Gelterkinden ab 1902 mit zwei Jahren aufwuchs, Mitglied des Frauenvereins war und für das Frauenstimmrecht kämpfte.

Mit aufgespannten Schirmen zogen die zwei Frauengruppen zuerst Richtung Irma Gysin-Weg, der die erste Gemeinderätin Gelterkindens ehrt, dann zur Allmend, in der die Hausarztpraxis von Dr. Hanns Gerster stand, der sich für die Geburtenkontrolle stark machte. Beim Lindenhof, der einst alkoholfreie Gemeindestube des Frauenvereins war, vernahm man, wie sich dessen Frauen nach dem 2.Weltkrieg den internierten Polen annahmen. Durch die Bohnygasse zum heutigen Kulturhaus Marabu spazierend hörte man vom Schicksal Martha Heinimanns, alias Cornelia Heim, die Gedichte schrieb. Einige Frauen aus der Gruppe erinnerten sich, wie sie sowohl im alten Gemeindehaus, wie auch im heutigen Marabu ihre Schulzeit erlebten, u .a. die Mädchen-Sekundarschule, die von Dr. J. J. Baader gegründet worden war. Am Dorfplatz steht das Haus von Hugo Berger, der mit seinen Familienherbergen armen Familien Ferien ermöglichte. An der letzten Station erzählte die pensionierte Apothekerin Erika Rüegg-Handschin, wie sie die Apotheke von ihren zwei Tanten Rösli und Lotti Handschin übernahm. Die zwei Schwestern hatten das Geschäft mit Apothekern zusammen jahrelang geführt.

Zum Ausruhen und Stärken setzten sich die Frauen anschliessend ins «Feingemacht» und ins Bistro Eira.

Die Frauenvereinspräsidentin Irène Persson und ihre Vorstandskolleginnen zeigten sich hocherfreut über das grosse Interesse an der Frauenvereinswoche von rund 140 Teilnehmerinnen. Für die 15 Franken pro Anlass hatten sie selber am Montag und Dienstag für reichhaltige selbst gebackene Köstlichkeiten in der Pause gesorgt! Ziel und Absicht erreicht!

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