Alte Lieder und starke Stimmen
Stimmen zu Gast «Ich denke Dein» – Liederabend in der Stadtkirche Liestal

In der Konzertreihe für Lied und Vokalmusik «Stimmen zu Gast» in Liestal wurden dem zahlreich erschienenen Publikum unter dem Titel «Ich denke Dein» Lieder und Duette von Johannes Brahms, Alexander Zemlinsky, Franz Schubert, Robert und Clara Schumann vorgetragen. Die Künstler/-innen Andrea Suter (Sopran), Jan Petryka (Tenor) und Riccardo Bovino am Klavier füllten den Kirchenraum mit seiner guten Akustik mit ihren schönen Stimmen und dem Klavierklang bestens aus.
Gemeinsam mit Riccardo Bovino gründete Andrea Suter 2020 die Lied- und Konzertreihe «Stimmen zu Gast» für klassische Vokalmusik in Liestal und setzt damit im Kulturleben des Kantons Baselland einen Akzent. Im Herzen des Stedtlis erhält der professionelle Sologesang damit immer wieder eine Bühne.
Sehr gut ausgebildetund vielseitig
Andrea Suter hat einen Master of Music Performance mit Auszeichnung. Dank ihrer beweglichen und vielseitigen Sopranstimme ist sie auf Opern- und Konzertbühnen und in der Kirchenmusik unterwegs. Jan Petryka stammt aus einer Warschauer Musikerfamilie, studierte Gesang und tritt als vielseitiger Konzert- und Oratoriensänger auf. Riccardo Bovino, der in Turin und Basel Klavier studierte und zum Beispiel auch mit Sol Gabetta (Olsberg) zusammenarbeitet, begrüsste und wünschte sich ein Publikum, das auch noch am anschliessenden Apéro vor der Kirche da bleiben möge. Für ihn und seine Frau, Andrea Suter, war es ein echtes Heimspiel, da sie direkt bei der Kirche in Liestal ihren Wohnsitz haben.
Die beiden Stimmen warteten konzentriert auf ihren Einsatz ins Klavierspiel und gingen mimisch mit der Musik mit. Mit ihrer deutlichen Aussprache konnte man den Liedtext gut mitverfolgen.
Die Textteile gelten, auch wenn sie sehr alt sind, heute noch immer, wie zum Beispiel: «es vergeht keine Stund in der Nacht, … das Feuer brennt so sehr, die Liebe noch viel mehr.» Im Text gibt es auch amüsante Passagen, etwa «Wie komm ich vorbei dem Hund … gib dem Hund ein gutes Wort». Noch besser zur heutigen Zeit passt die Aussage: «Wie tut mir so wohl der selige Frieden».
Robert Schumann entdeckte den jungen Johannes Brahms 1853. Brahms fand in der Familie Schumann eine künstlerische Heimat. Er schrieb 1894 in einem Brief: «Es ist wohl das erste Mal, dass ich dem, was von mir ausgeht, mit Zärtlichkeit nachsehe» und meinte damit seine Sammlung von Deutschen Volksliedern. Mit ihnen verband er den Ausdruck der ursprünglichen musikalischen Sprache, schlicht, direkt und emotional ehrlich. Genau dies konnten die Künstler/-innen gut in den Raum übermitteln.
Andrea Suter glänzte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit einem schönen, glitzernden, dunkelblauen langen Kleid und die Herren waren in dezent dunkelblau, grau, schwarz passend gekleidet. Während dem Konzert wechselten sich die Einsätze der beiden Stimmen einzeln ab und ergänzten dies wieder mit interessanten Duett-Stücken. Die Körperhaltung und Mimik der Singenden passte zum Text und unterstrich damit gut den Inhalt.
Riccardo Bovino, Andrea Suter und Jan Petryka erhielten viel Applaus und Bravos und setzten so sogar zu einer ungeplanten zweiten Zugabe mit der Wiederholung des Lieds von Brahms «Feinsliebchen, du solltest nicht barfuss gehen» an.
Der Wunsch nach Anwesenheit der Gäste auch am Apéro wurde nach einem schönen Konzertabend erfüllt.


