«Baselland ist mehr, als wir meinen»

Lausen Das Baselbiet und die Gemeinde Lausen feierten den neu gewählten Landratspräsidenten Reto Tschudin 

Eine Fahnendelegation führte den Festumzug an.

Eine Fahnendelegation führte den Festumzug an.

Auch frisch gewählt: Anton Lauber (r.).

Auch frisch gewählt: Anton Lauber (r.).

Man hatte den Eindruck, dass das ganze Dorf an diesem heissen Sommertag mitfeierte. Überall sichtbar prangte das Lausner Wappen, die Vereine engagierten sich beim Bewirten der auswärtigen Gäste und führten mit ihren Fahnen stolz den Festumzug an, die Brass Band Lausen sorgte für Stimmung, der Gemeindepräsident hielt eine Rede beim Apéro, und beim Gala-Diner traf die kantonale Politprominenz auf Gewerbetreibende und die Lausner Bevölkerung.

Reto Tschudin, am Donnerstagmorgen zum «obersten Baselbieter» gewählt, dankte insbesondere der Gemeinde Lausen, dass sie sich euphorisch hinter das Landratspräsidentenfest gestellt und sich im OK stark beteiligt hat. Die OK-Mitglieder hätten einen «super Job» gemacht, sagte Tschudin. «Ich war nie wirklich nervös, weil ich wusste, dass ich mich zu hundert Prozent auf sie verlassen kann.» Es sei genauso herausgekommen, wie er es sich vor einem Jahr vorgestellt hatte: «Ein Fest in Lausen, für Lausen.»

Als Landratspräsident hat Reto Tschudin nicht nur die Aufgabe, den Parlamentsbetrieb geordnet zu führen, sondern auch, den Kanton zu repräsentieren. «Ich bin motiviert und freue mich auf die Aufgabe, die auf mich zukommt», sagte Tschudin in der Stutz-Halle. Er wolle überall über die Vorzüge des Baselbiets reden – ein eigenständiger, fortschrittlicher Kanton, eingebettet in eine wirtschaftlich starke Region, der seine Traditionen pflege und sich inmitten einer schönen Landschaft mit vielen Sehenswürdigkeiten befinde. Baselland sei nicht einfach der «kleine Bruder» von Basel-Stadt, sondern wenn schon der «grosse Bruder.»

Er wolle das Jahr nutzen, um Baselland gut zu verkaufen, schloss Reto Tschudin seine Rede: «Ich bin der Überzeugung, Baselland ist mehr, als man in der Schweiz meint, und auch mehr, als wir selber manchmal meinen.»

Wahlen in derLandratssitzung

Der Tag hatte in Liestal mit der letzten Landratssitzung vor den Sommerferien begonnen (siehe auch «Aus dem Landrat», Seite 2), in der neben dem Landratspräsidium auch die Vizepräsidien sowie das Regierungspräsidium und -Vizepräsidium gewählt wird. Andreas Dürr (FDP) wurde zum 1. Vizepräsidenten des Landrats gewählt, Sandra Strüby-Schaub (SP) zur 2. Vizepräsidentin. Als Regierungspräsident wird im kommenden Amtsjahr zum dritten Mal Anton Lauber fungieren, Vizepräsident wird Thomi Jourdan. Für die musikalische Umrahmung war die Milchgugge Liestal zuständig, die dann auch am Abend in der Stutz-Halle nochmals auftrat.

Sonniger Apéro und Marsch in die Halle

Anschliessend gingen die Fraktionen auf ihre traditionellen Ausflüge. Als sie am späteren Nachmittag auf dem Schulhausplatz Mühlematt in Lausen eintrudelten, warteten dort schon die Freiwilligen des AC Rossoneri mit dem Apéro auf sie. Moderiert wurden der Nachmittag und Abend von Mirko Kleiber, der bei der Gemeinde arbeitet und von Reto Tschudin für diese Funktion angefragt wurde. Er überlies das Rednerpult, nach dem Auftritt der Brass Band Lausen, dem Gemeindepräsidenten Peter Aerni.

Dieser freute sich darüber, dass nun ein «waschechter Lausner» das Amt des «höchsten Baselbieters» übernimmt. Den Gästen, die aus dem restlichen Baselbiet und aus dem Nachbarkanton kamen, erzählte er einiges über die Geschichte des Dorfes, unter anderem über die römische Wasserleitung. Er erwähnte auch, dass die Lausner scherzhaft «Chüümiwegge» genannt werden, was soviel wie «Rappenspalter» bedeute – mit Blick auf den Baselbieter Finanzdirektor, der am Morgen zum Regierungspräsidenten gewählt wurde: «Wenn ich mir den kantonalen Rechnungsabschluss anschaue, glaube ich, Anton Lauber war auch mal ein Lausner.» Bald schon formierten sich die Apérogäste auf dem Schulhausplatz für den Umzug, darunter auch die Kantonsregierung mit der Staatsweibelin und natürlich der neue Landratspräsident mit seinen Ehrendamen. Der Marsch durchs Unterdorf war kurz, aber nach den letzten Metern unter der prallen Sonne waren alle froh, die Halle erreicht zu haben, wo sie vom SV Lausen bedient wurden.

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