Dauerausstellung geht mit der Zeit

Museum.BL Spannende Filmportraits werten die Seidenband-Ausstellung zusätzlich auf

Ein Blick in die neue Koje.

Ein Blick in die neue Koje.

Immer wieder eindrücklich: Der restaurierte historische Webstuhl im Museum.BL in seiner ganzen Pracht.Fotos: M. Stöcklin

Immer wieder eindrücklich: Der restaurierte historische Webstuhl im Museum.BL in seiner ganzen Pracht.Fotos: M. Stöcklin

Das Museum.BL ist um mehrere Attraktionen reicher. Seit wenigen Tagen gibt es in der beliebten Dauerausstellung «Seidenband. Kapital, Kunst & Krise» am Zeughausplatz 28 mitten in Liestal einen neuen, attraktiven Bereich mit drei toll gemachten Elementen.

Neu macht eine digitale Landkarte mit verschiedenen Ebenen, welche intuitiv erforscht werden können, sichtbar, wo und wie stark die sogenannte Heimposamenterei die ganze Region einst durchzogen hatte. So ist unter anderem zu erfahren, dass es im Jahre 1856 zum Beispiel in Ziefen 222 Webstühle gab (bei rund 900 Einwohnenden), in Reigoldswil waren es im gleichen Jahr sogar 306 Webstühle und in Bubendorf deren 272. Die Herstellung von Seidenbändern war im heutigen Baselbiet über Jahrhunderte hinweg ein zentraler Erwerbszweig.

Gut gemachte Filme

In diese Landkarte elegant integriert sind acht Filmportraits von Baselbieter Ortsmuseen, wo die im Baselbiet tief verwurzelte Tradition der Bandweberei konkret erlebt werden kann. «So haben wir die Akteure in der kulturellen Grundversorgung noch besser vernetzt und neue Zugänge zum Thema geschaffen. Diese erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass inskünftig noch mehr Menschen den Zugang zum spannenden Thema der Seidenbandweberei finden», sagt Esther Roth, Leiterin des Amtes für Kultur.

In diesen Kurzfilmen kommen Menschen zu Wort, welche viel zu erzählen haben und viel Freizeit an historischen Bandwebstühlen verbringen. Ebenso wichtig ist es, dass die Besuchenden des Museums.BL die Mechanik der Webstühle verstehen. Auch diesem Aspekt wird in der modernisierten Ausstellung Rechnung getragen, sodass nicht zuletzt auch Schulklassen verstehen, wie diese wichtige Zeit der Industrialisierung des Baselbiets einst abgelaufen war und welche nicht immer einfachen Arbeitsbedingungen damals geherrscht hatten. Immer wieder spannend ist zudem das in die Ausstellung integrierte Mini-Kino, wo der 105-minütige Film «Die letzten Heimposamenter» von Yves Yersin aus dem Jahre 1973 angesehen werden kann.

Alte Geschichten sind erwünscht

Die Ausstellung besteht unter anderem aus verschiedenen Themenbereichen in speziellen Kojen. In eine neue Koje eingeflossen sind Sammlungsteile der Nachlässe der Firmen Senn & Co. AG (Ziefen und Basel) sowie Vischer & Co. AG (Basel). «Dabei geht es auch um die eigene Geschichte des Museums.BL», wie Kuratorin Melanie Frey erklärt. Als nächstes soll bald das Depot geöffnet werden, um die Breite der erwähnten Nachlässe noch besser aufzuzeigen.

Im Weiteren ist man im Museum.BL interessiert an zusätzlichen, bislang verborgenen Baselbieter Familiengeschichten rund um das Thema «Sydebändel». Man darf sich gerne melden. Die Dauerausstellung «Seidenband. Kapital, Kunst & Krise» ist Bestandteil des Projektes «Seidenband jetzt!», für das der Regierungsrat für die Jahre 2025 bis 2027 eine einmalige Ausgabe in der Höhe von 876 500 Franken beschlossen hatte. Die aktuelle Erweiterung wurde daraus finanziert.

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