«Der Maa vo weiss nit wo»
Liestal Florian Schneider taufte «Schangsongs 5»

Guggenheim-Gastgeber Eric Rütsche stellte ein wunderbares Wochenend-Programm zusammen. Am letzten Freitag hatte Florian Schneider Premiere mit «Der Maa vo weiss nit wo» und seine CD-Taufe. Am Samstag gastierte eine 80er-Hitmaschine und am Sonntag gab es Brunch. Rütsche machte dem Publikum Liestal mit den vielen kulturellen Angeboten schmackhaft und warb für Unterstützung des Verein Guggenheim Kultur Liestal.
Ein Abend mit Florian Schneider ist immer ein Abend, den man nicht so schnell vergisst. Der Sänger trat auf die Bühne, setzte seine Mütze auf und startete kommentarlos in sein erstes Lied. Begleitet wurde er vom Zaubergeiger Adam Taubitz und Roman Bislin am Keyboard. Schon mit seinem zweiten Mundartsong hatte er das Publikum überzeugt. Man schaut ihn an und saugt jedes seiner Worte auf. Schneiders Texte sind aus dem Leben gegriffen und zeigen, wie es in früherer Zeit in «Reigedschwil» und Umgebung zu und her ging.
Dann stellte er sich ans Rednerpult und erklärte, dass sein Premierenprogramm eigentlich nicht «Der Maa vo weiss nit wo» und die CD-Taufe «Schangsongs 5» heissen sollten, sondern «Cherchez la femme». Frauen, Liebe und Beziehungen sind nämlich die Themen seiner Lieder und Erzählungen. Schneider schilderte, wie er den ledigen Onkel Hans als Aufpasser nach Paris begleiten musste, damit es nicht wieder schief herauskam wie in Prag. Von dort kam er nämlich verlobt zurück! Und als er seine Braut geheiratet hatte, verschwand sie nach ein paar Tagen mit ihrem Schweizer Pass spurlos! Zu dieser Geschichte passte das Lied «Vom Suchen und Finden», ein weiteres Liebeslied.
Der begabte Geschichtenerfinder und Erzähler bringt Texte aus dem echten Leben, abwechselnd mit und ohne Instrumentalbegleitung. Den ersten Teil schloss er mit dem «Lied vom eigene Wy» ab, in dem seine gehaltvolle Opernsängerstimme sehr gut zur Geltung kam.
Schneider oder wer auch immer schaute vom Balkönli der ehemaligen Drogerie Heiniger in «Reigedschwil» auf den Dorfplatz hinunter und beobachtete, was im Oberbaselbieter Dorf am Abend passierte. Alles war schön verpackt in Melodie, Text und seine Stimme. Das Publikum war von der Premiere begeistert und Schneider bedankte sich mit ein paar Zugaben.
Florian Schneider beherrscht die Kunst des Mundartgeschichtenerzählens aus dem Baselbiet wie kein anderer. Seine Geschichten sind lustig, ernst, tiefsinnig und traurig. Die beiden Musiker runden ab und ergänzen Schneiders dominante Stimme zu einer vollkommenen musikalischen Einheit.


