Hitmaschine durchbricht Schranken

Liestal Die Eighties-Band «Living in the 80s» rockte das Guggenheim in Grund und Boden

Living in the 80s im Guggenheim.Fotos: B. Eglin

Living in the 80s im Guggenheim.Fotos: B. Eglin

Der Sänger ist fit.

Der Sänger ist fit.

Die Begrüssung im Guggenheim hält der Chef persönlich. Am letzten Samstag trat Eric Rütsche im 80er-Kostüm auf die Bühne, passend zu seiner Gastband «Living in the 80s». «Vergässet Basel. Es lauft so viel in Lieschtel», sagte er.

Und schon stand die Band um Gründer und Sänger Dave Bechtel auf der Bühne. Mit Kyrie Eleison der US-Gruppe Mr. Mister startete das Quintett, das es erst seit drei Jahren gibt, in die Rocknacht. Dann sündigten sie mit «It’s A Sin» der Pet Shop Boys und weiteren Hits des britischen Elektropop-Duos und Ultravox’ «Dancing With Tears in My Eyes».

Die Keyboarderin Marianne Lauber und Drummer Fernando Geneto spielten in der zweiten Reihe. Sänger und Frontmann Dave Bechtel wurde flankiert von zwei Gitarren, gespielt von Kathi Distel und Adrian Frey. Die Band überzeugte und hatte das altersmässig durchmischte Publikum schon nach wenigen Tönen auf ihrer Seite. Stimmen, Instrumente und Kleidung stimmten perfekt und der Leadsänger passte letztere den Songs an. In der silbernen Hose und Pinkglitter-Lederjacke hielt er es nicht allzu lange aus. Bald wurde es zu heiss und die Jacke musste weg für Depeche Mode.

Nach «Big in Japan» von Alphaville fragte Bechtel, ob es eine Ballade verträgt. Ja, schrien die Fans. Von Cars kam «Drive». «Leider chan i jetz mi Frau nid hebe. Si stoht ganz elei dört hinde», kommentierte er dazu. Bryan Adams mit «Cuts like a Knife», Alan Parsons Project und ein Pink-Floyd-Medley beendeten das erste Set.

Die Frauen kreischten

Alle Zuhörer erschienen nach der Pause wieder. Es wurde begeistert weitergetanzt und mitgesungen. Die Vielseitigkeit, Qualität und die Ausstrahlung aller Bandmitglieder machten es aus. Sogar Ständerätin Maya Graf mischte sich unters Publikum, weil sie die Band cool findet und in den 80ern aufgewachsen ist: «Es ist tolle Musik, die uns wieder jung macht».

Dave Bechtel war schon bei Undercover dabei. Dort rutschte er zufällig rein, weil die Sängerin ausfiel. Während Covid löste sich die Band auf.

Vor drei Jahren gründete er «Living in the 80s». «Die 80er Jahre geben viel her», kommentierte er. So dachte auch das Publikum im vollen Guggenheim.

Freddie Mercury und Queen rissen mit. Das Publikum war voll dabei. «Radio Gaga», «We are the Champions» und weitere Hits folgten. Dazu trug Bechtel die vermeintlich passende Unterhose. Die Frauen schrien. Simple Minds mit «Don’t you forget about me» gehörten zur Hitparade wie auch Manfred Mann’s Earth Band, die in den 70ern grosse Hits hatte und sich mit «I Came for You» gerade noch ins nächste Jahrzehnt retteten konnte.

Aus Wien kommt neben der Gitarristin Katie auch wunderbare Musik zum Mitsingen. Und fast alle stimmten zu Falcos «Rock Me Amadeus» in den Gesang ein. Es war schon lange klar, dass die fünfköpfige Hitmaschine nicht ohne mehrere Zugaben entlassen wurde. Diese wurden aber gerne gespielt.

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