Ein Musik-Fest beim «Hear & Now»

Liestal Evelyn und Kristina Brunner in der Kulturscheune

Evelyn und Kristina Brunner wechselten ihre Instrumente mehrfach.Foto: E. Bachmann
Evelyn und Kristina Brunner wechselten ihre Instrumente mehrfach.Foto: E. Bachmann

Im Rahmen des zum 7. Mal veranstalteten Musikfestivals «Hear&Now» in Liestal war die voll besetzte Kulturscheune in Liestal das geeignete Lokal für die Schwestern Evelyn und Kristina Brunner aus dem Berner Oberland. Sie waren nicht zum ersten Mal da und betonten die Gastfreundschaft des Hausherrn Werner Leupin sehr.

Die Beiden zauberten auf ihren Instrumenten (Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass) mit spielerischer Souveränität Melodien unterschiedlichster Stilrichtungen und mit wechselndem Rhythmus. Sie hielten, neben ihrer Konzentration auf ihre schöne Musik, einen vertrauten und manchmal verschmitzten Augenkontakt und vermittelten den Eindruck, das Gespielte auch selbst zu geniessen.

Evelyn und Kristina Brunner wechselten ihre Instrumente mehrfach und gestalteten die, mehrheitlich selbst komponierte, eigene Klangwelt. Sie spielten abwechselnd auf drei verschiedenen Schwyzerörgeli, die sich in der Tonart, Stimm- und Klangfarbe unterschieden. Dabei benötigten sie selten Notenvorlagen und konzentrierten sich ganz auf den Moment.

Eigene Kompositionen mit spannenden Titeln

Bei ihren selbst komponierten Stücken wird von ihnen oft erst im Nachhinein dokumentiert, was unter dem jeweiligen Titel gespielt wird. Die Schwestern komponieren Beide und nennen ihre Titel zum Beispiel «schwindelfrei» oder «Rückenwind» und am Ende des Programms kam dann auch der «Gegenwind» zum Vorschein.

Dazwischen kam doch auch ein klassischer Ländler zur Aufführung, zum Beispiel «das Rondell» im Dreivierteltakt. Zwischendurch wurde das Cello vom Sound her fast zur Gitarre und man konnte die Titelnamen in der Musik durchaus erahnen und sie sich bildlich vorstellen. Die Instrumente erzählten im Spiel Geschichten, die man gerne mitging. Und einen ganz neuen Titel, der noch gar keinen Namen besitzt, gab es auch. Die Kreativität der Beiden war beeindruckend. Neben dem Komponieren und Auftreten geben die Schwestern Unterricht zu ihrem Instrument Schwyzerörgeli und freuen sich über das anhaltende Interesse dafür.

Der Mix aus Cello, Schwyzerörgeli und Kontrabass

Die Musikerinnen begeisterten mit ihrer warmherzigen Bühnenpräsenz. In ihrer Kindheit wuchs die musikalische Vertrautheit mit dem Schwyzerörgeli aus dem Vorbild des Vaters. Sie bedienten die Instrumente mit einer beeindruckenden Leichtigkeit und Fingerfertigkeit. Der Kontrabass wurde von Evelyn Brunner abwechselnd mit den Händen oder dem Kontrabassbogen gespielt, so dass ihm verschiedenste Töne entlockt wurden. So entstand in ihren Eigenkompositionen eine berührende Atmosphäre, die das Publikum ganz still aufsaugte und genoss. Der Applaus war herzlich und umfangreich.

Mit einer Zugabe wurde ein schönes Matinee-Konzert und vielen glücklichen Gesichtern beendet.

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