Sehnsucht und stürmische See

Konzert Singstimmen Baselland in der Stadtkirche Liestal

Timo Waldmeier dirigiert die Singstimmen Baselland. Foto: E. Bachmann
Timo Waldmeier dirigiert die Singstimmen Baselland. Foto: E. Bachmann

Die Singstimmen Baselland konnten mit ihrem Jahreskonzert 2026 viel Publikum in die Stadtkirche Liestal locken, indem sie ein Programm unter der Leitung von Timo Waldmeier zu Themen rund um die See anboten.

Das Element Wasser ist eine grosse Inspirationsquelle der Musik. Das Meer steht für Sehnsucht, Sturm, stillen Ufern, Aufbruch, Abschied und die Suche nach Heimat. Diese Themen wurden mit Gesang und von Chormitgliedern gelesenen Leseausschnitten aus Dörte Hansens Roman «Zur See» vorgetragen. Im musikalischen Seereise-Gepäck waren Werke von Vaughan Williams, Felix Mendelssohn, Charles Trenet, Hans Vogt, Patent Ochsner, Mani Matter und Anderen.

Das Buch «Zur See» erzählt die Geschichte der Familie Sander, die seit Generationen auf einer kleinen Nordseeinsel lebt. Im Jahresverlauf werden die Familienmitglieder mit persönlichen Krisen, Einsamkeit und dem Wandel ihrer Inselwelt konfrontiert.

Gemeinsam mit Roberto Vacca an Klavier und Akkordeon entfachten die Singstimmen Baselland musikalische Bilder zwischen stürmischer See und sicherem Heimathafen. Das Klavier erfüllte mit dem Stück «Gavotte» aus «Three pieces from cinderella» und dem Lied ohne Worte auch solo den Raum, während denen die Sänger/-innen quasi im Boot sassen.

Eine Vielfalt an Musikmit Bezug zur See

Der Chor brachte mit 49 Frauen- und acht Männerstimmen in oliv-hellblauen Blusen und Hemden zu schwarzen Hosen den Bezug zur Wasserfarbe in den Raum. Die Version des «Noah» von Mani Matter wurde mit allerlei Stimm-Elementen dramatisch dargeboten. Mit dem Basler Fäärilied von Hans Vogt wurde der Bogen zum Wasser in heimischen Gefilden gespannt. Der fallweise Einsatz des Akkordeons unterstrich den Duft grosser Hafenstädte. Zum packenden Rhythmus des Sea Shanties «The wellerman», das vom rauen Leben auf dem offenen Ozean erzählt, wurde das Publikum mit einem «Huh» einbezogen und ein schönes Konzert beendet. Als Zugabe gab es eine Wiederholung des harmonischen Liedes «La mer». Das Publikum applaudierte begeistert.

Der Dirigent möchte Freude an der Musik entfachen

Timo Waldmeier, der 2022 sein Studium in Chorleitung an der Hochschule für Musik Basel mit Auszeichnung abschloss und seit 2024 Orchesterleitung an der Zürcher Hochschule der Künste studiert, dirigierte die Singstimmen zum von ihm gewählten Thema «Zur See», mit weichen Handbewegungen wie die Wellen der See. Seit 2024 hat er die Leitung der Singstimmen Baselland. Die Vorbereitung des Jahreskonzerts beanspruchte mehrere Monate. Geschichten suchen den Erzähler aus, nicht umgekehrt und der Dirigent möchte mit seinem Chor an einem Konzert die richtige Balance zwischen Einfordern und Freude am Auftritt finden. Den Singstimmen gelang es, eine überzeugende Leistung, mit Freude an der Musik im richtigen Moment zu entfachen.

Singen ist eine der ältesten Ausdrucksmöglichkeiten des Menschen. Das Musizieren mit der eigenen Stimme wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus. So freuen sich die Singstimmen immer auf Neuzugänge, insbesondere Männer mit Bass-Stimmen. Unter der Leitung von Timo Waldmeier macht Singen offensichtlich viel Freude.

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