Tage wie Hunde: Ruth Schweikert in der KBL

Ruth Schweikert «maskiertem» Publikum. Rechts Cédric Lutz, KBL.Foto:  U. Handschin
Ruth Schweikert «maskiertem» Publikum. Rechts Cédric Lutz, KBL.Foto: U. Handschin

Was für ein Trost für andere Vergessliche! Ruth Schweikerts Lesung in der Kantonsbibliothek Liestal begann, nach der Vorstellung durch Cédric Lutz, mit ihrer wortreichen Entschuldigung, warum sie nicht aus ihren unveröffentlichen Werken lesen konnte, wie auf dem Programm versprochen. Diese Texte wären nämlich auf dem Laptop, der aber mit entladenem Akku zu Hause blieb, weil sie das Ladegerät nicht fand! Das Geständnis dieser menschlichen Panne machte die bekannte Schweizer Autorin aber noch sympathischer beim coronabedingt maskierten Publikum, das ihr in sicheren Abständen gespannt lauschte. Es war der erste offizielle Anlass der Saison für die KBL. Schweikert, in der Öffentlichkeit bekannt geworden durch den Ingeborg Bachmann-Preis 1919 (Peter Bichsel bezeichnete sie als die neue Ingeborg Bachmann) und den Solothurner Literaturpreis 2016, wagte sich auch an das Drehbuch des Kinofilms «Die Familie», einem Ausschnitt ihrer eigenen Familie mit der Problematik heranwachsender Söhne.

Ihr Buch «Tage wie Hunde», aus dem sie an diesem Abend Abschnitte vorlas, enthält nicht nur ihren Schrecken und die Verarbeitung der schwerwiegenden Botschaft «Brustkrebs», sondern ebenso Reflexionen über ihr Leben, ihre Erfahrung mit behandelnden Ärzten, ihre Umgebung, ihre Arbeit, ihre Familie und Freunde, deren Begleitung, Reaktionen und Unterstützung oder Verdrängung. Über Einsamkeit, Scham, Krankheit und Tod. Ein sehr ehrliches Buch, das betroffen, aber auch Mut macht durch die erfahrene Liebe und Freundschaft. Auch dadurch, dass die Autorin nach den Strapazen der verschiedenen Behandlungen wieder gesund vorn sitzt und das Publikum teilnehmen lässt. Man kann gespannt sein auf ihr neues Werk, dass während des «Corona-Zäns» (Anlehnung an Max Frischs «Der Mensch erscheint im Holozän») entstand und das sie an die neu gegebenen Umstände anpassen musste, wie auch ihre Kolumnen!

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