Ziel ist verteilungsgerechte Gesundheitsprävention

Lausen Marcel Tanner, ehemaliger TPH-Direktor, und Hausärztin Kirsten Beckers am Lausner Forum

Podiumsgespräch mit Marcel Tanner (l.), Kirsten Beckers und Christian Tschudin von  der Kirchenpflege der Reformierten Kirche Lausen. Fotos: E. Bachmann

Podiumsgespräch mit Marcel Tanner (l.), Kirsten Beckers und Christian Tschudin von der Kirchenpflege der Reformierten Kirche Lausen. Fotos: E. Bachmann

Marcel Tanner erklärte die komplette Durchdringung nach dem «Käseprinzip».

Marcel Tanner erklärte die komplette Durchdringung nach dem «Käseprinzip».

Caroline Häring eröffnete das Lausner Forum der reformierten Kirche als Präsidentin der seit 2025 fusionierten Samaritervereine (Liestal und Lausen) und informierte über die Tätigkeiten der Samariter Ergolz. Mit Stolz erklärte sie, dass das Samariterwesen bereits seit 134 Jahren aktiv ist und sie trotzdem erst die siebte Präsidentin ist.

Ein flammender Input zu den Infektionskrankheiten

Prof. Marcel Tanner war Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (TPH) und leitete an der Uni Basel den Lehrstuhl für Epidemiologie/Public Health und medizinische Parasitologie. In der Corona-Zeit war er Präsident der bundesrätlichen Task Force und Mitglied des Krisenstabs.

Mit seinem Impuls-Referat zu den Entwicklungen im Gesundheitswesen erklärte er, dass wir von den ärmeren Ländern lernen können. Diese Länder sind gezwungen, mit wenigen Mitteln dort Wirkung zu erzeugen, wo der grösste Nutzen liegt. Er schilderte anschauliche Geschichten zu vielen Detailthemen, so dass das Publikum im gut besetzten Gemeindesaal in Lausen an seinen Lippen hing.

Last auf dem Gesundheitssystem ist weltweit gross

Eine verteilungsgerechte Gesundheitsprävention und -förderung ist nötig und nur, wenn die Gesellschaft auf der gesundheitlichen und sozialen Ebene Anstrengungen vornimmt, entsteht Zufriedenheit und dies nutzt auch der Wirtschaft.

Mit seinen anschaulichen Folien zeigte er die Weltlage zu den infektiösen Krankheiten auf, wo HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose (die Krankheiten der Armut) dominieren. Er erklärte, wie der Transfer von Erregern von Tieren auf Menschen und wieder zurück entsteht und begründete damit die Notwendigkeit, die Veterinär- und Humanmedizin als Hilfe für eine Gesundheit zu betrachten.

Er plädierte für eine möglichst gute Überwachung und zugeschnittene Massnahmen je nach Situation. Der Fokus liegt auf dem frühestmöglichen Entdecken eines Erregers und anschliessend konsequenter Eindämmung. Schliesslich gilt es, in jeder «Scheibe des Käses» (siehe Foto) richtig zu agieren, um im Ganzen wirksam zu sein.

Marcel Tanner zog die Zuhörenden mit fachlich kompetenter Themen-Vermittlung in den Bann, kombiniert mit einer grenzenlosen Begeisterung für sein Tun, so gross, dass er zwischendurch fast atemlos durch die Lausner Nacht in den Gemeindesaal rief …!

Die Lausner Hausärztin Kirsten Beckers auf dem Podium

Dr. Kirsten Beckers fühlt sich mit ihrer Praxis und ihren Patient/-innen in Lausen wohl. Sie ist in Reinach aufgewachsen und hatte in der Schule einmal die Aufgabe, das Wappen von Lausen zu zeichnen. Sie betonte die direkte Beziehung und Ansprache direkt in der Praxis. Der zwischenmenschliche Kontakt ist auch ein wichtiger Teil der Versorgung. Sie nimmt mit Freude die Bedürfnisse der Patient/-innen auf, um dann darauf situationsgerecht einzugehen.

Patient/-innen gehen zum Hausarzt, wenn sie das Gefühl haben, dort gut behandelt zu werden. Der Treiber ist die empfundene Qualität und das Eingehen auf die jeweilige Situation.

Für die Gemeinschaftspraxis (in Lausen arbeiten drei Hausärzte) wurde betont, dass die Arbeitsbedingungen attraktiv sind, da die 24-Stunden-Abdeckung via mobile Ärzte erfolgt.

Zusammenfassend bestätigte Kirsten Beckers ihre Lust auf die Interaktion mit verschiedenen Menschen. Ihre Motivation ist der Kontakt zu den Leuten, bei dem sie für sie und ihre Lebensgeschichten gerne ein offenes Ohr hat.

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