Region Waldenburg
26.11.2019

Mission erfüllt

CIA-Agentin Jackie Vollenweider (Stephanie Walliser) nimmt Jimmy (Martin Rudin) in den Würgegriff. Fotos: B. ReinhardDie Frau des Bankdirektors (Nicole Felber), die Adlige (Sandra Schärli) und die Eishockeyspielerin (Sara Heiniger) verbringen gerne ihre Zeit in der Luxuslounge.Veronica Maggiore als Flugbegleiterin und ihre Kollegin Yelena (Seraina Degen) werden zu Gegnerinnen.Christoph Hitz als Bankdirektor versucht, seine Magenbeschwerden mit Scotch zu verdrängen.Markus Gerber als Flugnarr interessiert sich nur für den Airbus.Seraina Degen feierte am Samstag auch noch ihren Geburtstag.

CIA-Agentin Jackie Vollenweider (Stephanie Walliser) nimmt Jimmy (Martin Rudin) in den Würgegriff. Fotos: B. Reinhard

Die Frau des Bankdirektors (Nicole Felber), die Adlige (Sandra Schärli) und die Eishockeyspielerin (Sara Heiniger) verbringen gerne ihre Zeit in der Luxuslounge.

Veronica Maggiore als Flugbegleiterin und ihre Kollegin Yelena (Seraina Degen) werden zu Gegnerinnen.

Christoph Hitz als Bankdirektor versucht, seine Magenbeschwerden mit Scotch zu verdrängen.

Markus Gerber als Flugnarr interessiert sich nur für den Airbus.

Seraina Degen feierte am Samstag auch noch ihren Geburtstag.

Niederdorf Das Junge Theater feierte sein 15-Jahr-Jubiläum mit der Krimikomödie «Turbulänze über em Atlantik»

Brigitte Reinhard

Mit dem Stück «Turbulänze über em Atlantik» feierte das Junge Theater Niederdorf sein 15-Jahr-Jubiläum Jubiläum auf eindrückliche Art und Weise.

«Numme die Beschti isch guet gnueg», meinte die CIA-Geheimagentin Jackie Vollenweider, welche sich auf dem Flug von Zürich nach New York befand, um geheime Dokumente sicher zu stellen, welche eine ernste Bedrohung für den Weltfrieden darstellten. Der gleichen Meinung dürfte auch Regisseur und Chef-Pilot Anton Rudin gewesen sein, als er die Besatzungs-Crew und Passagiere in die Luxuslounge der American Airlines einlud und zwischenzeitlich auf die Bühne musste, um verschütteten Tomatensaft aufzuwischen: «Bi dere Theatergruppe gang ich gärn uff Knie.» Rudin hat es einmal mehr geschafft, bei der Rollenverteilung voll ins Schwarze zu treffen. Ausserdem hat er ein gutes Gespür für Situationskomik gezeigt, die jungen Darsteller agierten frisch, natürlich sowie mit grosser Spielfreude und bekamen dafür immer wieder spontanen Szenenapplaus. Was das Publikum vielleicht gar nicht merkte, war, dass bei einigen Szenen spontan improvisiert wurde, verriet Darstellerin Stephanie Walliser nach der Aufführung.

Als Zuschauer fragte man sich, wer an Bord wen verfolgte, wer Täter und wer Opfer war. Jedenfalls versuchte eine CIA-Agentin (Stephanie Walliser), eine Dokumentübergabe zu vereiteln, und einige Passagiere sowie selbst das Flugpersonal verstrickten sich als Mittäter oder als Profiteure in den Fall: Ein Schweizer Bankdirektor (Christoph Hitz), der mit Macht, Geld und Verantwortung jonglierte und seine Magenbeschwerden nur mit einer Unmenge Scotch verdrängen konnte, eine Stewardess (Seraina Degen) mit russischen Wurzeln, die sich als Drahtzieherin im Hintergrund betätigte: «Du sein eine Knuddelbaarli-Schatzeli, das mir gefallen sehr.» Eine Flugbegleiterin (Veronica Maggiore), die am allerschlausten sein wollte, und eine eifersüchtige Ehefrau (Nicole Felber-Müller), die immer im dümmsten Augenblick auftauchte: «Res? Die cha bereits Res zu dir säge? Pass numme uf, dass du näb dere Finanzkrise nid au no grad in e Ehekrise schlitterisch.»

Aber auch ein Hippie und «Baumumarmer» (Martin Rudin), ein passionierter Flugnarr (Markus Gerber), der das Flugzeug besser kannte, als seine eigenen vier Wände, eine temperamentvolle Eishockeyspielerin (Sara Heiniger) und eine Blaublütige (Sandra Schärli-Carrese), die nicht müde wurde, ihre adlige Herkunft zu zelebrieren: «Ich fühl mich wiä ä Goldfisch in ere Kläralag.»

JTN feiert das 15-Jahr-Jubiläum

Wenn das Junge Theater in die Mehrzweckhalle in Niederdorf einlädt, dann ist das ein Garant für zwei unterhaltsame Abende, wo die Lachmuskeln arg strapaziert werden.

Und dies war schon von Anfang an so. Auf die Idee, einen Theaterverein zu gründen, sind Seraina Degen und Stephanie Walliser 2003 gekommen, nachdem beschlossen wurde, an den Turnerabenden kein Theater mehr aufzuführen. «Wenn die Erwachsenen nicht mehr wollen, müssen wir Jungen das halt übernehmen», dachten sich die beiden 17-jährigen Freundinnen.

Zusammen mit einigen Schulkolleginnen und -kollegen führten sie 2004 ihr erstes Theaterstück «Schwester Sherlock» auf. Schon damals war das Publikum von der Leistung der jungen Schauspieler total begeistert. Im Zwei-Jahres-Rhythmus ging die Erfolgsgeschichte des Theatervereins dann mit «Hooseflattere», «Immer uf die Chline», «Huusgeburt», «Dr Neurose-Kavalier» und 2016 mit «Boeing Boeing!» weiter.

Auch an den beiden Jubiläums-Aufführungen war das Publikum restlos begeistert. Die turbulenten Szenen, die Gesangseinlage von Frank Sinatras Klassiker «New York New York», die pointenreichen Dialoge mit einer bemerkenswerten Aussprache und Artikulation verlangten von den Schauspielern einiges ab.

Alle Beteiligten verdienen ein dickes Kompliment. Das sah auch das Publikum so und dankte am Ende dem Theaterensemble mit Standing Ovation.