Auch die Frauen komponierten

Langenbruck Der «Chor con fuoco» präsentierte stimmliche Delikatessen aus fünf Jahrhunderten

«Chor con fuoco». Fotos: B. Eglin

«Chor con fuoco». Fotos: B. Eglin

Belenus Streichquartett.

Belenus Streichquartett.

Langenbruck Der «Chor con fuoco» präsentierte stimmliche Delikatessen aus fünf Jahrhunderten

Die Kirche in Langenbruck war bis auf den letzten Platz besetzt. Die 23 Chormitglieder marschierten durch die Seitentüre in die Kirche hinein und stellten sich im Halbkreis auf. Begrüsst wurde das Publikum mit «Wer will mir wehren zu singen». Das diesjährige Programm wurde den Komponistinnen gewidmet. Besonders freute sich der Chor über das Belenus Streichquartett, das den musikalischen Abend mit ihren Saiteninstrumenten bereicherte. Sie spielten die vier Sätze des G-Dur Streichquartetts von Emilie Mayer.

In der Musikgeschichte kennt man vorwiegend übergrosse Namen von Männern. Es gab Zeiten, in denen Frauen nicht öffentlich auftreten durften. Erst im 20. Jahrhundert öffneten sich die Konzertsäle auch für die Frauen. Der Chor zeigte, welche Schätze lange verborgen blieben.

Eine reine, wunderschön Sopranstimme eröffnete «Wenn ich ein Vöglein wär». Dann stimmte der Chor mit sechs Männer- und 16 Frauenstimmen ein. Es fehlte nur noch ein bequemer Lehnstuhl, um mit geschlossenen Augen einfach zuzuhören! «Voi sete o begli occhi» wurde vom Quartett begleitet. Die Akustik in der Kirche war ausgezeichnet und Verstärker und Lautsprecher wurden zu keiner Zeit vermisst. Dass «Die Gedanken sind frei» auf eigenwillige – aber spannende – Art interpretiert wurde, überraschte nicht. Abwechslung ist für die Dirigentin und Chorleiterin Ulrike Noffke wichtig.

Zwischen den Stücken gab es geschichtliche Rückblicke zurück in frühere Jahrhunderte. So erfuhr das Publikum mehr über das nicht ausgeschöpfte Potenzial der Frauen und diejenigen, die sich trotz aller Widerwärtigkeiten durchsetzen konnten. Diesen war das Jahreskonzert 2025 des Chores gewidmet. Im mittleren Teil wurden Lieder von der späten Renaissance bis zur Neuzeit gesungen. Grosse Liebeswunder von Maddalena Casulana aus dem 16. Jahrhundert oder «Heart Wide Open», das die Amerikanerin Lea Morris 2020 komponierte, ertönten in diesem Set. Abwechslung, Singfreude und Fröhlichkeit gehören zum Charakter des Chors. Der Halbkreis löste sich beim modernen und ein wenig rockigen Song auf und es kam Bewegung in die Sängerinnen und Sänger. Nach dem dritten und vierten vom Streichquartett gespielten Satz zeigte der Chor mit den vier abschliessenden Liedern und grossen Zeitsprüngen seine Qualität. Davor wurde aber nochmals ins Bewusstsein gerufen, dass Frauen auch in der Schweiz bis vor wenigen Jahrzehnten bei nicht konformem Verhalten ohne Gerichtsbeschluss versorgt werden konnten. Berüchtigt war das Frauengefängnis Hindelbank. Der «March of the Women» von Ethel Smyth wurde zur Hymne der Frauenbewegung. Schon 1928 erhielten die Frauen in Grossbritannien ihre politischen Rechte. In der Schweiz ging es bis zur Gleichstellung noch mehrere Jahrzehnte länger.

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