Neue Behausungen für seltene Wildbienen

Hölstein Mit Schrauben, Bohrern, Sägen und Löss  

Hier entstehen neue Behausungen für Bienen. Fotos: B. Eglin

Hier entstehen neue Behausungen für Bienen. Fotos: B. Eglin

Unterkunft für Mauerbienen.

Unterkunft für Mauerbienen.

Etwa ein Dutzend Personen, Erwachsene und Kinder, versammelten sich am letzten Samstag in Hölstein beim Picknickplatz an der alten Landstrasse. Die Sonne zeigte sich grosszügig und alle waren froh, dass die Tische und Bänke mehrheitlich im Schatten lagen. Mit Händen, Bohrern, Sägen und weiteren Werkzeugen wurden neue Behausungen für unsere Bienen gebaut.

Im vergangenen Jahr wurde in Hölstein eine Umweltkommission eingesetzt. Deren Ziel ist, die Bevölkerung für Umweltanliegen zu sensibilisieren. Dass Behausungen für verschiedene Bienenarten gebaut werden, wurde über das Gemeindeblatt, die ObZ und durch Mund zu Mund-Propaganda verbreitet. Nach den Sommerferien ist ein weiterer Einsatz zu einem anderen Thema geplant (26. August).

Organisiert wurde der Anlass von der Umweltkommission. Lukas Felber, Barbara Straumann, Jeanette Allewohl waren dabei und instruierten die übrigen Teilnehmer, darunter etliche Kinder.

Barbara fand zufällig in Möhlin auf einer Baustelle der Saline Lösslehm, das ideale Material für die grabende Mauerbiene. «Diese muss gefördert werden», erklärte Barbara. «Von den Bienen, die in den käuflichen Bienenhotels wohnen, gibt es genügend.» Der zu trockene Löss wurde befeuchtet und geknetet, dann in Holzboxen abgefüllt und verdichtet. Für ihre Brut brauchen die Bienen kleine Hohlräume. Mit spitzen Stäben werden fünf Zentimeter lange Löcher in den Löss gebohrt. Das dunkle Loch lockt dann die Bienen an. Sie bohren sich weiter hinein und bilden Zellen hintereinander, in die sie ihre Eier legen. Nach einiger Zeit schlüpfen die Männchen, die sich dann um die Weibchen streiten.

In der Schweiz gibt es über sechshundert Wildbienenarten. Die fleissigen Tierchen produzieren keinen Honig. Für die Bestäubung unserer Pflanzen sind sie aber sehr wichtig. Leider nimmt ihr Bestand ab, da sie immer weniger Nahrung und Nistmöglichkeiten finden. Das richtige Futterangebot hat eine grosse Bedeutung. Es gibt Bienen, die auf eine einzige Pflanze als Nahrung angewiesen ist. Wird diese ausgemerzt, verlieren die Tiere ihre Lebensgrundlage und verschwinden ebenfalls. Die Mauerbienen graben nicht selbst, sondern suchen sich bestehende Löcher. Auch Schlüssellöcher oder Storenkästen können sie als Behausung aussuchen. Vor Wildbienen muss man sich nicht fürchten. Sie sind harmlos und stechen nur, wenn sie be-drängt werden. Da sie solitär leben, riskieren sie mit einem Stich ihr eigenes Leben und das ihrer Brut.

Einer der fleissigen Handwerker war Jaron Perret (7). Er arbeitete mit, weil sein Vater Mitglied der Umweltkommission ist. Wenn er nicht gerade Bienenunterkünfte baut, spielt er gerne Handorgel und Mundharmonika, sagte er stolz und sägte weiter an einem langen Bambusstab.

Bilder + Filme: www.presstime.ch > Natur

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