Tratsch im Treppenhaus

Holderbank Theatergruppe feiert das 40-Jahr-Jubiläum mit einem neuen Regisseur 

Die neugierige Sandra Boll (Nicole Cannon) läuft zur Höchsform auf.

Die neugierige Sandra Boll (Nicole Cannon) läuft zur Höchsform auf.

Vater Hans Scheller (Hans Probst) versöhnt sich mit 
         
         
            seiner Tochter Heidi (Janine Schweingrube.

Vater Hans Scheller (Hans Probst) versöhnt sich mit seiner Tochter Heidi (Janine Schweingrube.

Späte Heimkehr (v.l.): Eduards Neffe (Georg S. Staller), sein Onkel Eduard Brunner (Jörg Meier) und die Witwe Hanna Knöpfli (Monika Stohler).Fotos: B. Reinhard

Späte Heimkehr (v.l.): Eduards Neffe (Georg S. Staller), sein Onkel Eduard Brunner (Jörg Meier) und die Witwe Hanna Knöpfli (Monika Stohler).Fotos: B. Reinhard

Die Aufführungen der Theatergruppe Holderbank haben nicht nur Tradition, sie finden längst weit über die Quartiergrenzen hinaus hohe Anerkennung und bekommen auch den entsprechenden Publikumszustrom.

Jeweils Mitte Januar, wenn die Theatersaison längst vorbei ist, bittet das Theaterensemble in seine Mehrzweckhalle, so auch vergangenes Wochenende. Aufgeführt wurde die amüsante Komödie «Gschtürm im Schtägehuus» und stammt aus der Feder von Jens Exler.

Das Theaterfieber ist nicht abgekühlt

Gründungsmitglied und Urgestein Hans Probst steht seit 40 Jahren – zusammen mit seinem Schauspielkollegen Jörg Meier – auf der Bühne und blickt zurück: «Im Schnitt wird jedes Jahr ein neues Theaterstück produziert. Aber zwei Jahre mussten wir wegen Corona pausieren.» So kamen in den vergangenen 40 Jahren 38 Produktionen zur Aufführung. Mit der neusten Inszenierung setzt die Theatergruppe Holderbank eine langjährige Tradition fort. 1984 fand im Gasthof Forelle die Gründung mit zwölf Laiendarsteller/-innen statt. Als erstes Stück wurde «Schwindelfiliale» gewählt, es folgten Jahr für Jahr zahlreiche Lustspiele, Krimis und Komödien, welche der Theatergruppe jeweils ein «volles Haus» gebracht haben.

Einmal mehr ist es dem achtköpfigen Ensemble hervorragend gelungen, Handlung und Pointen subtil und temporeich umzusetzen, sodass das Publikum einen vergnüglichen Theaterabend erlebte. Immer wieder gab es Szenenapplaus und das herzhafte Lachen spornte die Akteure gleichsam zu Höchstleistungen an.

Theater unter neuer Regie

Für Chistoph Borer war es seine erste Premiere, welche er mit der vielseitigen Theatergruppe in Holderbank geniessen durfte und war nach der Vorstellung mit der Leistung seiner Schützlinge sehr zufrieden. Der in Biel wohnhafte Regisseur hat seine Laufbahn als Zauberer eingeschlagen und sich in diesem Metier grosses Ansehen erworben. Daneben wurde die Begeisterung für Regie-Arbeit immer grösser und seit 25 Jahren führt er für Zauberer sowie Theatervereine die Regie.

Ein Treffen mit Freunden

Zweimal wöchentlich, während viereinhalb Monaten plus einem Theater-Weekend, wurde fleissig mit dem Einstudieren begonnen. «Es waren nicht nur Proben, sondern Freunde treffen», meinte Borer begeistert. «Die Proben sind gleich wichtig wie das Ergebnis und schon beim ersten Treffen war es beiderseitig Liebe auf den ersten Blick», fügte er hinzu. Das kann auch Hans Probst bestätigen: «Wir sind noch nie so gerne an Proben gegangen.»

Auch bei der Rollenverteilung bewies Borer ein gutes Händchen. «Gschtürm im Schtägehuus» ist nicht auf einzelne Akteure «zugeschnitten», sondern ein Stück, in welchem jede einzelne Figur glänzt und so für einen hohen Unterhaltungswert sorgt.

Die Handlung des Stücks, etwa nach dem Motto «Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn der böse Nachbar es nicht will», dürfte manchen der Zuseher/-innen an eigene Erfahrungen erinnert haben.

Die mehr als neugierige Frau Boll schafft es immer wieder, den Hausfrieden gehörig durcheinander zu wirbeln. Einerseits kümmert sie sich liebevoll um alles, wird dann aber lästig, boshaft, ja sogar tyrannisch! Sie tratscht und intrigiert sich durchs Treppenhaus! «Sind si doch froh, dass wenigschtens öpper i däm Huus zum Rächte luegt! Suscht hette mer ja bald s reinscht Soda und Gomo-dingsda!» Da hat keiner im Haus etwas zu lachen, nicht einmal der Hausbesitzer selbst, nur das Publikum kam voll auf seine Kosten. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Es war ein gelungener Abend, welcher wieder einmal mehr bewiesen hat, dass auch heute noch das Laientheater seinen berechtigten Platz im Unterhaltungsangebot in unseren Dörfern hat.

Info: Am Donnerstag, Freitag und Samstag, jeweils um 20 Uhr finden weitere Aufführungen statt. Reservationen unter Tel.: 079 830 19 89 (vormittags) und www.theatergruppe-holderbank.ch

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