Was macht eine gute frühe Kindheit aus

Niederdorf Referat über frühkindliche Erziehung  

Die Professorin em. für Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Fribourg referierte über das Thema « Was macht eine gute frühe Kindheit aus».

Die Professorin em. für Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Fribourg referierte über das Thema « Was macht eine gute frühe Kindheit aus».

An vielen Ständen präsentierten sich die diversen Kitas, Waldkindergarten, 
Musikschule, Mittagstisch und viele mehr, aus dem ganzen Waldenburgertal. Fotos: U. Roth

An vielen Ständen präsentierten sich die diversen Kitas, Waldkindergarten, Musikschule, Mittagstisch und viele mehr, aus dem ganzen Waldenburgertal. Fotos: U. Roth

«Wir wissen, was Eltern sich für die Zukunft ihrer Kinder wünschen. Wir wissen, was Lehrer über Kinder sagen. Aber wissen wir, was Kinder benötigen und was eine gute Kindheit ausmacht?» Die emeritierte Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Fribourg Dr. Margrit Stamm wurde von den Primarschulen des Waldenburgertals eingeladen.

Die ersten vier Jahre eines Kindes sind die wichtigsten Jahre. Die Bindungen zu den Bezugspersonen prägen die Entwicklung enorm, so Stamm. Dr. Margrit Stamm stellte drei Thesen auf, über die sie referierte. Die erste über die Förderung des Kleinkindes. Musikschule, Ballettkurse, Englischkurse und vieles mehr werden heute schon für Kleinkinder angeboten. Doch Margrit Stamm plädierte dafür, dass sich ein Kleinkind besser entwickelt, wenn es in seinen ersten Lebensjahren die Zeit mit Spielen, mit Bezugspersonen oder anderen Kindern, verbringt. Kinder entscheiden, wann sie bereit sind etwas zu lernen. So Stamm.

Ein Kind braucht Blickkontakt und Kommunikation, deshalb plädiert Dr. Margrit Stamm auch dafür, dass das Handy bei den Bezugspersonen weniger präsent sein sollte.

Die zweite These war über das Überbehüten der Kinder. Kinder sollten lernen sich alleine zu beschäftigen. Drinnen, noch besser draussen. Das fördert die Selbstständigkeit.

Die dritte These, das freie Spielen. Eigene Aktivitäten sind sehr wichtig. «Freies Spiel ist der Beruf des Kindes», so Stamm. Die Forschung zeigte, heute spielt ein Kind circa 20 Minuten im Tag. Vor zehn Jahren waren es ein Drittel mehr. Heute gilt ein aufgeschürftes Knie oder ein Sturz vom Fahrrad als Katastrophe. Doch, so Stamm, zur Kindheit gehören blaue Flecken.

Ein Rat von Margrit Stamm an die Erziehungspersonen, nicht nur das machen, was in Elternratgebern steht, sondern mehr auf sein Bauchgefühl hören. Ein weiterer Rat von der Fachperson, Kinder brauchen Regeln, Anerkennung und offene, kinderfreundliche Räume.

Präsentationen

In der Mehrzweckhalle konnten sich die Besucher vor und nach dem Referat an diversen Ständen über die verschiedenen Angebote an Kitas, Waldkindergarten, Mittagstisch, Musikschule und mehr, die im Waldenburgertal von Hölstein bis Langenbruck angeboten werden, informieren. Anschliessend an das Referat beantwortete Margrit Schmid Fragen aus dem Publikum.

Robert Züllig, Schulleiter in Bennwil, bedankte sich anschliessend bei allen Beteiligten. Die angeregten Diskussionen wurden noch weiter geführt.

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